Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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Dokumenttyp: Meldung Datum 27.01.2022 Artikel: Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen für gleichwertige Lebensverhältnisse

Die Verbesserung der Mobilität – insbesondere in ländlichen Räumen – ist ein wichtiger Baustein der Politik der Bundesregierung für gleichwertige Lebensverhältnisse. Auch die Interreg B-Programme bieten Fördermöglichkeiten zur Verbesserung der Mobilität und des Zugangs zum transeuropäischen Verkehrsnetz.

Mobilität ist Voraussetzung, um am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie befähigt dazu, die individuellen räumlichen Ziele – Arbeitsplätze, Bildungs-, Freizeit-, Versorgungseinrichtungen etc. – zu erreichen und bestimmt damit wesentlich die Lebensqualität jedes Einzelnen. Für Unternehmen ist sie ein zentraler Standortfaktor und damit maßgeblich für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. In vielen ländlichen Räumen kann aufgrund disperser Siedlungsstrukturen und einer damit einhergehenden geringen Nachfrage kein flächendeckendes ÖPNV-Angebot bereitgestellt werden, es besteht oft eine große Abhängigkeit vom Pkw. Daher sind gerade in ländlichen Regionen flexible Mobilitätsangebote besonders wichtig.

Die Verbesserung der Mobilität – insbesondere in ländlichen Räumen – ist daher ein wichtiger Baustein für gleichwertige Lebensverhältnisse, einem Schwerpunkt der Heimatpolitik der Bundesregierung. Auch die verabschiedete Territoriale Agenda 2030, in der die gemeinsamen Ziele und Leitvorstellungen für die Raumentwicklung in Europa festgelegt wurden, stellt unter ihrem Leitmotto „eine Zukunft für alle Orte“ heraus, dass intelligente, nachhaltige sichere Verkehrsträger und Verbindungen erforderlich sind, um die Prioritäten eines ausgewogenen Europas und funktionaler Regionen zu unterstützen.

MogLeb – ein Modellvorhaben zur Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen

Das Modellvorhaben „Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse (MogLeb)“, ein gemeinsames Projekt des BBSR und des BMI im Rahmen des Programms „Region gestalten“, zielt darauf ab, passgenaue Mobilitätslösungen in die Fläche zu bringen, um gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen. Dafür wurde ein länderübergreifendes Mobilitätsnetzwerk mit dem Schwerpunkt der Mobilität in ländlichen Räumen aufgebaut. Dieses Netzwerk aus Akteuren von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden unterstützt Kommunen bei der Entwicklung bedarfsgerechter Mobilitätslösungen.

Das Online-Nachschlagewerk Mobilikon stellt Lösungen rund um das Thema Mobilität für ein kommunales Mobilitätsmanagement anwenderfreundlich und praxistauglich dar. Kommunen können so passgenaue intelligente Mobilitätslösungen finden und umsetzen. Auf Mobilikon finden sich konkrete Maßnahmen, planerische, rechtliche und finanzielle Instrumente, Hilfen zur Umsetzung sowie Beispiele aus der Praxis.

Mobilität in ländlichen Räumen – auch ein Thema der transnationalen Zusammenarbeit

Die Entwicklung und die Erprobung von Lösungen, der Aufbau von Kapazitäten, insbesondere lokaler und regionaler Akteure, Wissenstransfer und Investitionsvorbereitung stehen auch im Zentrum transnationaler Kooperationsprojekte. In der nun auslaufenden Förderperiode 2014 – 2020 wurden in den transnationalen Programmen mit deutscher Beteiligung eine Reihe von Projekten zum Thema Mobilität durchgeführt. Die transnationale Zusammenarbeit bietet dabei die Möglichkeit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und Erfahrungen und Kompetenzen über Ländergrenzen hinweg zu bündeln.

Projektbeispiele der transnationalen Zusammenarbeit zum Thema Mobilität

Dynaxibility (Mitteleuropa)

Trotz neuer Mobilitätstrends und Technologien sorgt stark motorisierter Individualverkehr in den Städten Mitteleuropas noch immer für hohe Schadstoffausstoße – und ländliche Regionen sind teilweise schlecht ans öffentliche Personennahverkehrsnetz angebunden. Das Interreg-Projekt „Dynaxibility“ zielt darauf ab, Strategien für flexiblere und umweltfreundlichere Mobilitätslösungen zur entwickeln.

On-Demand Angebot Flexa in Leipzig (© Leipziger Verkehrsbetriebe LVB)

Peripheral Access (Mitteleuropa)

Umweltfreundlich und ohne eigenes Auto mobil zu sein: das ist in ländlichen Räumen oft besonders schwierig. Die Gründe dafür liegen im demographischen Wandel, in knappen öffentlichen Kassen und einer unzureichenden Zusammenarbeit relevanter Institutionen. Das Interreg-Projekt „Peripheral Access“ will daher die Mobilität in ländlichen Räumen, im Hinterland von Ballungsräumen und in Grenzregionen verbessern.

Weitere Projektbeispiele

>> Projekte

Eigener Förderschwerpunkt in Mitteleuropa

In der nun anlaufenden Förderperiode 2021 – 2027 hat von den sechs Interreg B-Programmen mit deutscher Beteiligung nur das Mitteleuropa-Programm eine eigene Förderpriorität zum Thema aufgelegt. In der Förderpriorität 3 unterstützt das Programm transnationale Projekte, die die Verkehrsanbindung ländlicher und peripherer Regionen in Mitteleuropa verbessern und den nachhaltigen, intelligenten und intermodalen Verkehr fördern, einschließlich der Anbindung an TEN-V-Korridore. Mögliche Themenfelder für transnationale Maßnahmen sind beispielsweise

  • Bedarfsgerechter und flexibler regionaler Personenverkehr
  • Erreichbarkeit ländlicher und abgelegener Gebiete und deren Anbindung an die Hauptverkehrskorridore der EU
  • Beseitigung grenzübergreifender und grenzüberschreitender Verkehrshindernisse und Engpässe
  • Strategische regionale Verkehrs- und Raumplanung
  • Multimodale Güterverkehrs- und Logistikketten in ländlichen und peripheren Gebieten und deren Anbindung an Verkehrsknotenpunkte

Weitere Fördermöglichkeiten zu Mobilität im Stadt-Land-Verflechtungsraum

Weitere Anknüpfungspunkte zum Thema „Mobilität ländlicher Räume“ bieten sich auch unter dem spezifischen Ziel „Förderung einer nachhaltigen multimodalen städtischen Mobilität als Teil des Übergangs zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft“. Die Reduzierung der Verkehrsemissionen ist eines der Hauptziele des Europäischen Green Deals. Eine intelligente und umweltfreundlichere städtische Mobilität kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Städtische Gebiete können bei dieser Thematik jedoch nicht losgelöst von ihrem Umland betrachtet werden. Mehrere Programme setzen daher ihren Schwerpunkt auf funktionale städtische Gebiete, d. h. neue integrierte Ansätze für intelligente und grüne Mobilitätslösungen müssen in funktionalen städtischen Gebieten entwickelt werden, wobei die Wechselwirkungen zwischen den städtischen Kernen und ihrem Um- bzw. Hinterland zu berücksichtigen sind. Entsprechende Fördermöglichkeiten finden sich in den Programmen Mitteleuropa, Nordseeraum und Ostseeraum. Im Nordsee- als auch im Ostseeraumprogramm schließt dies explizit kleine Städte und ländliche Gebiete ein.

Mögliche Themenfelder für transnationale Maßnahmen sind beispielsweise

  • Nachhaltige städtische Mobilitätsplanung
  • Intelligentes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement inklusive Pendlerlösungen
  • Nachhaltige multimodale Verbindungen und Mobilitätsdienste zwischen städtischen Gebieten und ihrem Hinterland, einschließlich ländlicher Gebiete
  • Integration emissionsfreier Verkehrsträger in multimodaler Mobilität
  • Nachhaltige multimodale städtische Güter- und Logistiklösungen

Die Programme für den Alpenraum, den Donauraum und für Nordwesteuropa haben zwar keine Förderschwerpunkte zur besseren Verkehrsanbindung ländlicher Räume bzw. zur Mobilität in städtischen funktionalen Gebieten aufgelegt. Gleichwohl gibt es in allen sechs Programmen weitere Anknüpfungspunkte zum Thema unter anderen thematischen Programmzielen. So können etwa im Donauraumprogramm unter der Priorität 4 integrierte Stadt-Land-Governance-Modelle gefördert werden, die räumliche Strategien für ländliche und abgelegene Gebiete sowie Erreichbarkeitsaspekte und Verkehrsengpässe einschließen.

In Nordwesteuropa ergeben sich Fördermöglichkeiten für Mobilitätsvorhaben im Zusammenhang mit der Verbesserung der Luftqualität, mit der Nutzung von erneuerbaren Energien, der Umsetzung von „Smart Specialisation Strategies“ und regionalen Strategien als auch im Zusammenhang mit nachhaltigem Tourismus. Im Alpenraum wird das Thema Mobilität etwa im Zusammenhang mit den Programmzielen zur Anpassung an den Klimawandel, zur Energieeffizienz, der Kreislaufwirtschaft und Innovation aufgegriffen.

Weitere Informationen

Mobilikon: www.mobilikon.de

MogLeb: Website BBSR

Informationen zu den Interreg B-Programmen 2021 – 2027: >> Interreg nach 2020