Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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Dokumenttyp: Meldung Datum 23.11.2022 InduCCI + kre:aktiv

Das Interreg B-Projekt „InduCCI“ förderte die Kultur- und Kreativwirtschaft als treibende Kraft für den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft in mitteleuropäischen Industrieregionen außerhalb der Metropolen. Dazu wurde die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihr fremden Akteurskreisen zusammengebracht (Industrie und Verwaltung). Im Folgeprojekt „kre:aktiv“ kommt nun die Verknüpfung mit sozialen Multiplikatoren hinzu, um die Industriegesellschaft in Chemnitz zu aktivieren. Hierfür erhält die CWE mbH eine Andockförderung aus dem Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit.

Kreativität als Schlüssel für die Industriestadt Chemnitz Mitteleuropa

Industrieregionen in Mitteleuropa sehen sich gegenwärtig mit dauerhaften Veränderungen ihrer Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen konfrontiert (Strukturwandel). Gründe hierfür sind zum Beispiel die zunehmende Digitalisierung, die sich wandelnden Märkte und Produktanforderungen und der demografische Wandel. Damit traditionelle Industrieregionen in diesem Transformationsprozess bestehen können, bedarf es sowohl wirtschaftlicher Innovation als auch gesellschaftlicher Entwicklung. Acht Partnerorganisationen aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, Italien, Belgien und Slowenien waren davon überzeugt, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) auf beiden Ebenen als wichtige Triebkraft wirken kann und schlossen sich 2019 für das Projekt „InduCCI“ im Interreg-Programm Mitteleuropa zusammen.

InduCCI: Farbe in die Industrieregionen bringen

Ziel von InduCCI war es, Kultur- und Kreativschaffende mit Akteurinnen und Akteuren der Industrie zusammenzubringen, öffentliche Verwaltungen für die spezifischen Bedürfnisse der KKW zu sensibilisieren sowie neue kulturelle Angebote vor Ort zu schaffen. Als Pilotregionen wurden vor allem metropolferne Regionen ausgewählt, gekennzeichnet durch kleinere bzw. mittelgroße Industriestädte, da hier die Herausforderungen in der Regel besonders umfassend sind.

Vorbereitungen für Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025

In der Pilotregion Chemnitz konnte der sächsische Leadpartner CWE mbH über drei Jahre hinweg eine ganze Reihe von Aktionen umsetzen, die Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 vorbereiteten. InduCCI bot die Möglichkeit, neue, spannende Formate in der Praxis zu testen, wie zum Beispiel:

  • CCI Nightshift: Eine öffentliche Kunstperformance und ein wissenschaftlicher Vortrag zum industriellen Wandel werden in einem Industrieunternehmen gezeigt.
  • Krach+: Internationale Akteure der KKW können Gewerbeflächen in Chemnitz kostenlos als „Labor“ für ihre Ideen nutzen und sollen so in die Stadt „gelockt“ werden.
  • New Pioneers: Der Podcast, in dem erfolgreiche Chemnitzer Unternehmen von ihren Erfahrungen berichten und ihr Wissen teilen, soll Gründungen vor Ort anstoßen.

Der europäische Austausch im Rahmen des Projekts mit Städten wie Linz (auch Industriestadt, auch Kulturhauptstadt 2009) oder industriellen Nachbarregionen wie Karlsbad in Tschechien hat zudem neue Sichtweisen und Kontakte ergeben. Beispielsweise verweist das in InduCCI entwickelte Strategiepapier „Kreativität als Schlüssel im industriellen Transformationsprozess“ immer wieder auf Praxisbeispiele aus anderen Partnerregionen. Und beim Praxistest „Krach+“ konnte nur dank der transnationalen Partnerschaft auf geeignete Kreativschaffende aus anderen Ländern zurückgegriffen werden.

kre:aktiv: Bevölkerung wirkt am bunten Stadtbild mit

Nachdem Chemnitz Ende 2020 den Titel „Kulturhauptstadt Europa 2025“ gewann, wurde noch klarer, dass Chemnitz eine europäische Stadt sein will, in der alle Menschen aktiv, selbstbestimmt und kreativ ihr Lebensumfeld mitgestalten. Daher verbindet das Andockprojekt „kre:aktiv“ gezielt einen weiteren wichtigen Akteurskreis mit der Kultur- und Kreativwirtschaft: soziale Multiplikatoren (Zivilgesellschaft, städtische Akteure).

Im Frühjahr 2022 wurde der bisher mit Kreativangeboten noch unterversorgte Chemnitzer Stadtteil Brühl für eine bevölkerungsaktivierende Maßnahme ausgewählt (Praxistest):

  • KOSMOS-Festival am 17.06.2022: Im Quartier wurden sieben kreative Impulse in Form von Bühnen bzw. Aktionen platziert (zum Beispiel Slackline, Tape Art Action, DemoSlam-Workshop, Beicht-O-Mat). Bewohnerinnen und Bewohner wurden befragt, welche Darbietung ihnen am besten gefallen hat, welcher kreative Impuls ihnen noch gefehlt hat und mit welchem Talent sie sich selbst in den Brühl der Zukunft einbringen möchten.

Zwei Maßnahmen kamen dabei besonders gut an: eine Skaterampe und eine Kombination aus Sprayerevent und Hip-Hop-Battle (Street Art Action). Im Dezember 2022 stellt die CWE die Erkenntnisse auf dem Koordinationstreffen der Chemnitzer Bürgerplattformen vor. Im Nachgang dazu soll ein Workshop stattfinden, der die Umsetzung der Ergebnisse fördert.

Für die Zusammenarbeit mit der KKW werben

Der durchgeführte Praxistest wird, zusammen mit Erkenntnissen aus InduCCI, bis Ende des Jahres in einer Methodensammlung namens „Kupplerfibel“ aufgearbeitet. Diese soll weitere Akteure in Chemnitz für die Zusammenarbeit mit der KKW motivieren. Außerdem wird sie eine wichtige Referenz sein, wenn die CWE die Ergebnisse Anfang 2023 mit anderen deutschen Städten teilt, insbesondere mit ehemaligen Kulturhauptstädten und -bewerbern mit starkem industriellem Fokus. So soll auch eine bundesweite Vernetzung zum Thema erfolgen.

Skaterampe – mögliches Kreativangebot auf dem Brühl der Zukunft?
Quelle: © Carsten Debes, CWE

Zitat

Carsten Debes, CWE mbH, Leiter EU-Projekte (Inhalte). Quelle: privat

Carsten Debes, CWE mbH, Leiter EU-Projekte (Inhalte)

„Im Oktober 2020 – mitten in der Laufzeit des Projektes InduCCI – hat Chemnitz den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ gewonnen. InduCCI war im Bewerbungsprozess explizit relevant und ein willkommener Nachweis dafür, dass Chemnitz das Thema KKW in einer Industriestadt auf europäischer Ebene spielen kann. Abgesehen vom Beitrag zum Titelgewinn hat InduCCI einem Thema, das Chemnitz schon länger strategisch beschäftigt, noch einmal Zusatz-Schwung verliehen. Die durchgeführten, experimentell angelegten Praxistests und die erstellten strategischen Dokumente wirken – wie wir derzeit feststellen – auch nach dem Projektende fort. Mit kre:aktiv haben wir nun die Chance, unsere Erkenntnisse auch deutschlandweit zu verbreiten.“

Infokasten

Kooperationsraum:
Mitteleuropa
Förderzeitraum:
InduCCI: April 2019 bis März 2022
kre:aktiv: Juni 2021 bis April 2023
Themenschwerpunkt:
Wirtschaft, Arbeit, Leben
Lead Partner:
Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) mbH
Website:
InduCCI (Interreg Central Europe)
InduCCI (CWE ermöglicht)
Carsten Debes, CWE mbH, Leiter EU-Projekte (Inhalte). Quelle: privat