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Zukünftige Kooperationsraumzuschnitte: erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Regionen

Datum 12.05.2021

Für deutsche Projektpartnerinnen und -partner zeichnet sich für die kommende Förderperiode 2021 – 2027 hinsichtlich der Beteiligungsmöglichkeiten an Interreg B-Programmen weitgehende Konstanz ab. Für manche Regionen ergeben sich sogar neue Möglichkeiten – vor allem für Regionen aus Bremen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern.

Die transnationale Zusammenarbeit in den bestehenden Interreg B-Programmräumen mit deutscher Beteiligung hat sich bewährt. Die Ministerkonferenz für Raumordnung hat sich daher in ihrem Beschluss vom 24. März 2021 für eine weitere Beteiligung Deutschlands in den Kooperationsräumen Alpen, Donau, Mitteleuropa, Nordsee, Nordwesteuropa und Ostsee ausgesprochen und unterstützt den von der Europäischen Kommission unterbreiteten Vorschlag zu den Programmraumgeographien für die Interreg B-Programme mit deutscher Beteiligung.

Veränderte räumliche Zuschnitte

Demnach soll die Zusammenarbeit in diesen sechs Programmräumen auch in der Förderperiode 2021–2027 gefördert werden, allerdings mit zum Teil veränderten räumlichen Zuschnitten. Vor allem die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, sich nach dem „Brexit“ an zukünftigen Programmen nicht mehr zu beteiligen, hat erhebliche Auswirkungen auf den Zuschnitt der Programmräume Nordsee und Nordwesteuropa. Diese beiden Programmräume weisen demnach auch die größten Veränderungen auf:

  • Während sich das Vereinigte Königreich und die beiden nördlichsten norwegischen Regionen „Troms og Finnmark“ und „Nordland“ künftig nicht mehr am Nordseeraumprogramm beteiligen, gibt es Programmraumerweiterungen in Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Damit werden ganz Flandern und das gesamte Gebiet der Niederlande von dem neuen Programm erfasst. Frankreich wird sich mit den Regionen Hauts-de-France, Normandie und Bretagne erstmals am Programm beteiligen.
  • Auch der räumliche Zuschnitt des künftigen Programms für Nordwesteuropa wird deutlich anders aussehen. Während das Vereinigte Königreich nicht mehr teilnehmen wird, gibt es Erweiterungen in den Niederlanden und in Deutschland: Die Niederlande nehmen künftig mit ihrem gesamten Gebiet teil, in Deutschland wird der Programmraum durch die Aufnahme des Bundeslandes Bremen und der niedersächsischen Regionen Weser-Ems und Leine-Weser abgerundet.
  • Auch im Kooperationsraum Mitteleuropa gibt es im deutschen Teil eine kleinere Arrondierung. So wird sich Niedersachsen mit der Region Braunschweig in Mitteleuropa einbringen.
  • Nach den Vorschlägen der Europäischen Kommission soll das künftige Alpenraum-Programm auch alle Regionen Baden-Württembergs und Bayerns umfassen, um den räumlichen Zuschnitt an den der makroregionalen Strategie für den Alpenraum anzugleichen. Damit wird der Programmraum um die bayerischen Regionen Niederbayern, Oberpfalz, Ober-, Mittel- und Unterfranken erweitert und in Baden-Württemberg um die Regionen Stuttgart und Karlsruhe.
  • Der Zuschnitt des Kooperationsraumes Ostsee bleibt weitgehend konstant. Lediglich die beiden nördlichsten norwegischen Regionen „Troms og Finnmark“ und „Nordland“ sind künftig nicht mehr dabei.
  • Das Donauraum-Programm ist das einzige der sechs transnationalen Programme mit unverändertem räumlichen Zuschnitt gegenüber der Förderperiode 2014 – 2020.

Zukünftige Kooperationsraumzuschnitte der Interreg B-Kooperationsräume mit deutscher Beteiligung (© BBSR) Zukünftige Kooperationsraumzuschnitte der Interreg B-Kooperationsräume mit deutscher Beteiligung

Eine finale Liste der zu unterstützenden Interreg-Programmgebiete wird im Rahmen eines von der Europäischen Kommission erlassenen Durchführungsrechtsaktes festgelegt. Dies kann erst nach Inkrafttreten des Verordnungspakets zur Strukturpolitik erfolgen, womit im Juni 2021 gerechnet wird.

Aktuelle Informationen zu den Programmräumen: