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Bundesförderung: Drei neue Andockprojekte: bioökonomisch, blau-grün und kre:aktiv

Datum 14.01.2022

Mit dem Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit unterstützt das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ausgewählte transnationale Projekte von besonderem Bundesinteresse, die einen nachhaltigen Beitrag zur Raumentwicklung leisten. Im Rahmen der sogenannten Andockförderung werden zusätzliche Projektbausteine bereits laufender oder abgeschlossener Interreg B-Projekte finanziert. Andockprojekte setzen Maßnahmen um, die im Rahmen des Interreg-Projektes noch nicht oder nur ungenügend durchgeführt werden konnten. Mögliche Gründe dafür sind zum Beispiel neue Entwicklungen oder Erkenntnisse, die bei der Antragstellung noch nicht erkennbar waren. Nachfolgend drei neue Andockprojekte im Überblick.

BE STROCAL! (Alpenraum)

Bioökonomische Regionen wachsen durch starke lokale Wertschöpfungsketten – das steckt hinter dem Akronym „BE STROCAL!“. Das Andockprojekt baut auf einer digitalen Infrastruktur und Kooperationsplattform auf, um transnational biobasierte Wertschöpfungsketten zu schaffen. Ziel ist es, Zulieferer-Abnehmer-Verbindungen („Biolinks“) in Zusammenarbeit mit inter-/nationalen Nutzern der Plattform umzusetzen und lokal aufzubauen. Dazu soll der Value-Chain-Generator (VCG) aus dem Alpenraum-Bezugsprojekt „AlpLinkBioEco“ genutzt werden. Diese webbasierte Software ermöglicht die Verknüpfung von Unternehmen zu Wertschöpfungsketten auf Basis der Informationen zu Ausgangsstoffen, Herstellungsprozessen, Endprodukten und anfallenden Reststoffen (zirkuläres Wirtschaften). Der räumliche Fokus für den Ausbau der Kooperationsbeziehungen liegt auf strukturschwachen Regionen in Deutschland. Dabei werden neue lokale Akteure eingebunden und es erfolgt eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen und innerhalb von Clustern der Bioökonomie mit dem Ziel, zusätzlich transnationale Folgeaktivitäten zu initiieren.

BLAU+GRÜN+STADT (Mitteleuropa)

Feuerwehreinsatz nach Hochwasser in Leutersdorf (Sachsen) im Mai 2017 (© Daniel Schäfer)

Die Schaffung widerstandsfähiger Städte und Regionen ist eine der Hauptherausforderungen angesichts der zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels und zentraler Bestandteil des Andockvorhabens „BLAU+GRÜN+STADT“. Hitze, Dürre, Starkregen und Hochwasserereignisse werden sowohl anzahlmäßig als auch in der Intensität zunehmen. Kommunen sind daher gefordert, sich auch im Bereich der kommunalen Wasser- und Abwasserwirtschaft auf periodische Extremereignisse vorzubereiten. Das Projekt „BLAU+GRÜN+STADT“ knüpft an die Mitteleuropa-Projekte TEACHER-CE und RAINMAN zur urbanen Anpassung an den Klimawandel an. Die im Projekt TEACHER-CE entwickelten wissenschaftlich geprägten (englischsprachigen) Hilfsmittel und Maßnahmen zur wassersensiblen, integrierten grün-blauen Stadtgestaltung sollen in die praxisnahe, bereits deutschsprachige RAINMAN-Toolbox integriert werden. Spezifische deutsche planungsfachliche Aspekte im Bereich Klimawandelanpassung und Hochwasserschutz sowie gute Beispiele aus verschiedenen deutschen Regionen werden ergänzt. Dabei werden sowohl beim Instrumentarium als auch bei der Netzwerkarbeit keine neuen Strukturen aufgebaut, sondern bestehende erweitert und vernetzt.

kre:aktiv (Mitteleuropa)

Das Interreg B-Projekt „InduCCI“ fördert die Kultur- und Kreativwirtschaft als wichtige Kraft für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in Industrieregionen außerhalb der Metropolen. Dazu werden einander fremde Akteurskreise (Industrie, Verwaltung) mit der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengebracht. Im Rahmen des Andockvorhabens „kre:aktiv“ soll die Verknüpfung von Kultur- und Kreativwirtschaft mit sozialen Multiplikatoren zur Aktivierung der Industriegesellschaft in Chemnitz getestet werden. Ziel ist die gegenseitige Sensibilisierung sowie die gemeinsame Durchführung einer bevölkerungsorientierten Aktion zur Stadtteilentwicklung (bürgernaher Ansatz). Die Ergebnisse aus dem Andockvorhaben und dem InduCCI-Projekt sollen mit anderen deutschen Städten geteilt werden, die sich in ähnlicher räumlicher und wirtschaftlicher Lage befinden. Weiterhin sollen die Ergebnisse einerseits mit Blick auf Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 genutzt und anderseits in einen größeren nationalen und europäischen Kontext gestellt und damit strategisch und mit Blick auf die Förderperiode 2021 – 2027 verwertet werden.