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Europäische Woche der Regionen und Städte 2019: Wolken über Brüssel - not!

Bernd Diehl berichtet über die Europäische Woche der Regionen und Städte vom 7. - 10. Oktober 2019 in Brüssel

Kongresszentrum „Monts des Arts“ in Brüssel (© Bernd Diehl)

Die Woche der Regionen und Städte in Brüssel fand dieses Jahr unter den Vorzeichen teilweise grundlegender und auf jeden Fall weitreichender Veränderungen statt. Auch wenn Europa und insbesondere die Europäische Gemeinschaft in den letzten Wochen und Monaten immer wieder in einem Atemzug mit dem Brexit genannt wurde und so auch einen gewissen Widerhall in dieser Oktoberwoche hatte, lag der thematische Schwerpunkt der Veranstaltung doch eindeutig auf den Inhalten der Förderperiode ab 2021. Dieser zukunftsorientierte Ansatz war an den vier Tagen in allen Workshops, Seminaren, Foren und Vorträgen, in großen und kleinen Runden und in den Wandelgängen des Kongresszentrums "Mont des Arts" in Brüssel greifbar und zeigte sich in einem intensiven Austausch der 10.000 Teilnehmer. Dr. Bernd Diehl von der Nationalen Kontaktstelle für das Interreg-Programm CENTRAL EUROPE berichtet über seine Eindrücke.

Diskussion zu den Schwerpunkten der zukünftigen europäischen Zusammenarbeit

Europäische Woche der Regionen und Städte 2019 (© Bernd Diehl)

Menschen mit einer Vielzahl von konkreten Ideen und weitreichenden Visionen kamen zusammen, um sich über die grundlegenden künftigen inhaltlichen Schwerpunkte der Zusammenarbeit zu verständigen. Deren konkrete Umsetzung im Rahmen von gemeinsamen Projekten soll in den Regionen Europas, in seinen großen und kleinen Städten und insbesondere für die Bevölkerung vor Ort Verbesserungen ermöglichen. In den sieben Jahren ab 2021 werden mit den Mitteln des europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) die Themenfelder für ein intelligenteres, grüneres und CO2-freies, ein stärker vernetztes, ein sozialeres und nicht zuletzt ein bürgernäheres Europa bearbeitet. Die Mitgliedstaaten sollen dabei unterstützt werden, die vorhandenen sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Ungleichheiten zu verringern.

Diese Schwerpunkte werden sich auch - zugeschnitten auf die speziellen Bedürfnisse - in den sechs Programmräumen der transnationalen Zusammenarbeit (Interreg B) mit deutscher Beteiligung wiederfinden. Vertreter des Nord- und Ostseeraumprogramms, das Alpen- und des Donauraumprogramms, aus Nordwesteuropa sowie aus Mitteleuropa waren in Brüssel vertreten und haben in den verschiedenen Foren über den aktuellen Prozess der Findung von möglichst passgenauen spezifischen Zielen in ihren Programmen in der nächsten Förderperiode diskutiert. Dabei wurde auch immer wieder auf erfolgreiche Projekte und deren Akteure vor Ort verwiesen. Davon zeugen die herausragenden Projekte der transnationalen Zusammenarbeit aus der laufenden Förderperiode, die es geschafft haben, nicht nur die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, sondern diese sogar noch zu übertreffen und damit auch anderen Regionen und Institutionen als Vorbild zu dienen.

Auszeichnung der Gewinner der REGIOSTARS

In einem offenen Wettbewerb konnten im Jahr 2019 in folgenden Kategorien Projekte für den REGIOSTAR Award nominiert werden:

Kategorie 1: Förderung der digitalen Transformation
Kategorie 2: Verbindung des Grünen, Blauen und Grauen
Kategorie 3: Bekämpfung von Ungleichheiten und Armut
Kategorie 4: Bau von klimaresistenten Städten
Kategorie 5: Modernisierung von Gesundheitsdiensten
Sonderpreis: Public Choice Award

Preisverleihung REGIOSTARS (© Bernd Diehl)

Die besten dieser Projekte wurden in einer feierlichen Zeremonie von der europäischen Kommission ausgezeichnet: unter ihnen auch Climate Active Neighbourhoods (CAN) aus dem Programmraum Nordwesteuropa, das sich mit der Energiesanierung in bestehenden Wohngebieten beschäftigt und damit einen effektiven Beitrag zur Erreichung des EU-Ziels für die Reduzierung von CO2-Emissionen leistet.

Alle Gewinner der REGIOSTARS sind auf der Website der Europäischen Kommission aufgeführt: REGIOSTARS-Preise. Die Preisverleihung selbst kann in dieser Aufzeichnung verfolgt werden: Video.

Die Vision Europa ist ungebrochen

Europäische Woche der Regionen und Städte 2019 – where to go? (© Bernd Diehl)

Die Tage in Brüssel haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass die europäische Kommission - wiewohl sie gerade im Umbruch befindlich ist - sich ihrer Bedeutung und der daraus erwachsenden Verantwortung für die europäische Gemeinschaft bewusst ist und sich der Herausforderung eines fundamentalen sozioökonomischen Strukturwandels in Europa ebenso professionell wie engagiert stellt. Der Paradigmenwechsel hin zu einem bürgernahen Europa in allen Themenfeldern macht wiederum deutlich, dass die Vision Europa ungebrochen ist und die aktive Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft nicht in Frage gestellt wird. Mithin erschien es passend, dass am letzten Veranstaltungstag die Wolken aufbrachen und der Sonne und einem strahlend blauen Himmel Platz machten.

Kongresszentrum „Monts des Arts“ in Brüssel 2019 (© Bernd Diehl)

Weitere Informationen:

Europäische Woche der Regionen und Städte 2019 EWRC (in Englisch)
Gewinner REGIOSTARS REGIOSTARS-Preise

Dr. Bernd Diehl ist seit 2002 Ansprechpartner der Nationalen Kontaktstelle für das Interreg-Programm Mitteleuropa und betreut interessierte Antragsteller sowie die Partner in den genehmigten Projekten in enger Abstimmung mit dem gemeinsamen Sekretariat in Wien und den Vertretern der Programmgremien auf nationaler Ebene (Deutscher Ausschuss).