Navigation und Service

Interreg Mitteleuropa (CENTRAL EUROPE) – neue genehmigte Projekte mit deutscher Beteiligung

Dr. Bernd Diehl berichtet über die Ergebnisse des 3. Calls für das Mitteleuropaprogramm aus deutscher Sicht

Hand, die Dominosteine aufhält (© BillionPhotos.com, Fotolia)

Der Interreg-Programmraum Mitteleuropa (CENTRAL EUROPE) ist eine "Schnittstelle Europas". Er umfasst neun europäische Mitgliedstaaten: Kroatien, Österreich, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn sowie Teile von Deutschland und Italien. Das Interreg-Programm hat eine große Resonanz bei den Bewerbern: 85 Projekte wurden bereits in zwei Calls genehmigt und werden derzeit durch Projektakteure umgesetzt. Die Projekte befassen sich mit gemeinsamen regionalen Herausforderungen in den Bereichen Innovation, CO2-Reduktion, Umwelt, Kultur und Verkehr. Am 15.01.2019 wurde im Begleitausschuss des CENTRAL EUROPE Programms in Wien über die Projekte des 3. Calls diskutiert. Dr. Bernd Diehl von der Nationalen Kontaktstelle für das Interreg-Programm CENTRAL EUROPE berichtet über die Ergebnisse.

44, 12, 58 – das Ergebnis des 3. Calls in CENTRAL EUROPE aus deutscher Sicht

Nein, die Zahlen sind nicht etwa die Antwort auf die Frage nach "dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" in Douglas Adams Roman "Per Anhalter durch die Galaxis", sondern vielmehr das Ergebnis der ersten Sitzung des CENTRAL EUROPE-Begleitausschusses im Jahr 2019 in Wien. Am 15. Januar wurde dort über die qualifizierten Anträge des 3. Calls in der laufenden Förderperiode diskutiert und 44 Projekte erreichten die Genehmigung für eine Förderung. Die Lead Partner dieser Projekte kommen aus allen neun im Programm vertretenen Staaten und die beteiligten Partner können nun in Kürze mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Projektideen in den Themenfeldern des Programms beginnen.

Deutsche Antragsteller haben in dieser Runde besonders erfolgreich abgeschnitten und stellen 12 Lead Partner. Geht man von den ursprünglich eingereichten 27 Projektideen aus Deutschland aus, so war damit fast jeder zweite Antrag von Erfolg gekrönt, was für das große Engagement der Partner und die hohe Qualität der eingereichten Projektideen spricht. Aber auch in den Projekten der Partnerländer sind 58 deutsche Institutionen vertreten und diese somit – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in fast allen Themenfeldern aktiv beteiligt.

Der thematische Fokus der Projekteinreichungen lag in diesem 3. Call eindeutig in der Programmpriorität 1 (Innovation). Hier gab es sowohl die meisten Projekteinreichungen (84) als auch die meisten genehmigten Projekte (20), gefolgt von dem sehr weit gefassten Themenfeld der Priorität 3, das sich dem Schutz der natürlichen und kulturellen Ressourcen im Programmraum widmet. Hier lagen ursprünglich 69 Anträge vor, von denen letztlich 13 zur Förderung genehmigt wurden. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes (Priorität 2) folgte mit 23 Anträgen und 5 genehmigten Projekten und last but not least das Thema "Verkehr" (Priorität 4) mit 15 Anträgen und immerhin 6 Genehmigungen. Damit hat dieser Themenbereich mit 40 % auch in diesem Call die relativ gesehen höchste Erfolgsquote, die im Durchschnitt (aller Prioritäten) bei 23 % liegt.

Übersicht eingereichte und genehmigte Projekte des 3. Calls CENTRAL EUROPE (© BBSR)

Anzahl der Projekte mit deutschem Lead Partner in den Themenfeldern

Betrachtet man die Verteilung der deutschen Lead Partner in den genannten thematischen Ausrichtungen des CENTRAL EUROPE-Programms, so fällt auf, dass in den Bereichen Umwelt & Kultur sowie Verkehr jeweils vier Projektanträge mit deutschem Lead Partner genehmigt wurden, in der Innovation drei Anträge und nur im Bereich der CO2-Reduktion wird bei einem ohnehin kleinen Feld an akzeptierten Projekten lediglich ein Lead Partner-Antrag aus Deutschland gefördert. Auch unter dem Aspekt der inhaltlichen Ausrichtung zeigt sich somit erneut, wie qualitativ hervorragend und thematisch breit aufgestellt die deutschen Akteure im Rahmen der Programmmöglichkeiten agieren.

Übersicht genehmigte Projekte mit deutschem Lead Partner (© BBSR)

Wie geht es weiter?

Sobald die Projekte die mit der Genehmigung einhergehenden formalen Auflagen erfüllt haben, erhalten sie voraussichtlich im März/April 2019 den formalen Zuwendungsvertrag und können ihre Kick-off-Veranstaltungen planen.

Informationen zu den Projekten und ihren Ergebnissen können auf der Seite des gemeinsamen Sekretariats in Wien unter folgender Internet-Adresse abgerufen werden: https://www.interreg-central.eu/Content.Node/projects/projects.html (Hinweis: die aktuell aufgeführten Datensätze umfassen die Projekte des 1. und 2. Calls und werden sukzessive um jene des 3. Calls ergänzt).

Weitere Informationen:

Übersicht genehmigter Projekte im 3. Call: Discover our Projects

Interreg CENTRAL EUROPE: Central Europe Programme 2014-2020

Deutsche Kontaktstellte CENTRAL EUROPE: CENTRAL EUROPE Contact Point Deutschland

Dr. Bernd Diehl ist seit 2002 Ansprechpartner der Nationalen Kontaktstelle für das Interreg-Programm Mitteleuropa und betreut interessierte Antragsteller sowie die Partner in den genehmigten Projekten in enger Abstimmung mit dem gemeinsamen Sekretariat in Wien und den Vertretern der Programmgremien auf nationaler Ebene (Deutscher Ausschuss).