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10. Dezember 2018

"An gemeinsamen europäischen Projekten wachsen"

Interview mit Prof. Bernd Scholl, Jurymitglied des Wettbewerbs "Erfolgreich vernetzt in Europa"

Gewinner des Wettbewerbs "Erfolgreich vernetzt in Europa" und weitere Teilnehmer der Auszeichnungsfeier (© BBSR)Gewinner des Wettbewerbs "Erfolgreich vernetzt in Europa" und weitere Teilnehmer der Auszeichnungsfeier Quelle:  BBSR

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigt im Wettbewerb "Erfolgreich vernetzt in Europa" Städte und Regionen, die gemeinsam mit europäischen Partnern Projekte umsetzen und dadurch ihre Entwicklung vor Ort aktiv gestalten. Am 28. November 2018 ehrte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), in dessen Auftrag das BBSR den Wettbewerb ausgelobt hatte, die Gewinner. Die von der Fachjury ausgewählten Preisträger des Wettbewerbs demonstrieren die Vielfalt der Ansätze und Themen, die in europäischer Zusammenarbeit angegangen werden. Prof. Bernd Scholl gehörte zur Fachjury und berichtet in einem Interview über seine Erfahrungen und Motivation als Jurymitglied sowie die Bedeutung von Vernetzung und Interreg für Europa.

Welche Erfahrung haben Sie als Jurymitglied des Wettbewerbs "Erfolgreich vernetzt in Europa – gemeinsam Städte und Regionen gestalten" mitgenommen?

Besonders hat mich die Qualität der eingereichten Bewerbungen und die dahinterstehenden grenzüberschreitenden Projekte sehr beeindruckt. Die Palette reichte von raumrelevanten und themenbezogen Kooperationen bis hin zu großräumigen, strategischen Zusammenarbeiten.

Was hat Sie motiviert, sich als Jurymitglied einzubringen?

Grenzüberschreitende Projekte haben mich schon immer fasziniert, denn Grenzräume sind Pionierräume. Unterschiedliche planerische Instrumente und gesetzliche Grundlagen machen es erforderlich, sich auf die Aufgaben und praktikable Lösungen zu konzentrieren.

Welcher der vier Gewinner des Wettbewerbs war Ihr persönlicher Favorit?

Das waren die Projekte im deutsch - französischen - schweizerischen Dreiländereck. Seit meinem Studium verfolge ich die Anstrengungen von den ersten Anfängen der "Regio Basiliensis" bis heute mit großem Interesse.

Warum ist die europäische Vernetzung auch für kleinere Regionen und Städte wichtig?

Raumplanung ist mit Kultur, Sprache und Denkmustern verbunden. Die Vielgestaltigkeit von Europa ist zugleich ihr Reichtum. An gemeinsamen europäischen Projekten zu wachsen und voneinander und miteinander zu lernen, ist für den Zusammenhalt unseres Kontinents von außerordentlicher Bedeutung.

Welche Bedeutung hat das Interreg B-Programm aus Ihrer Sicht für Europa und wie sollte es künftig aufgestellt sein?

Das Interreg B-Programm erlaubt es, sehr anspruchsvolle transnationale Aufgaben anzugehen und damit auch Risiken einzugehen. Gelingt es, über lange Zeiträume schrittweise realisierbare Lösungen zu erarbeiten, entstehen besonders tragfähige Fundamente, auf denen die europäische Zusammenarbeit vertieft werden kann.

Weitere Informationen zum Wettbewerb „Erfolgreich vernetzt in Europa“

Informationen zu den Gewinnern: Auszeichnungsfeier - Website BBSR

Informationen zum Wettbewerb: Erfolgreich vernetzt - Website BBSR

Prof. em. Dr. Bernd Scholl gehörte zur Fachjury des Wettbewerbs "Erfolgreich vernetzt in Europa". Er ist seit 2006 ordentlicher Professor für Raumentwicklung am Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung an der ETH Zürich und seit 2018 emeritiert. Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung konzentrieren sich auf Flächenmanagement in der örtlichen und überörtlichen Raumentwicklung, Raum- und Infrastrukturentwicklung, grenzüberschreitende Aufgaben sowie Entwicklung und Gestaltung innovativer Planungsprozesse und Planungsmethoden in Raumplanung und Raumentwicklung.