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Interreg-Sommerreise der Europaministerin

Schleswig-Holsteins Europaministerin Sabine Sütterlin-Waack überzeugt sich vor Ort von der wertvollen Arbeit der Interreg-Projekte

Europaministerin Sabine Sütterlin-Waack besucht das Projekt MAMBA (© Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein MJEVG SH)

Vom 19. bis zum 24. Juli 2018 hat Europaministerin Sabine Sütterlin-Waack fünf verschiedene Projekte in Rendsburg, Flensburg und Kiel besucht, die im Rahmen des EU Interreg Baltic Sea Region Programm gefördert werden. Hintergrund für diese Reise sind die anstehenden Neustrukturierungen der EU-Finanzen, die für Interreg finanzielle Kürzungen und eine Reduktion der Themenbereiche vorsehen. "Das ist für mich vollkommen unverständlich, da Interreg wie kaum ein anderes Programm die europäische Zusammenarbeit von Regionen für Regionen erfolgreich befördert", äußerte sich Sütterlin-Waack. "Wer wie die Kommission fordert, dass sich Europa auf Schwerpunkte mit europäischem Nutzen konzentrieren soll, der darf gerade Interreg nicht abbauen. Diese Projekte leisten ganz konkret und direkt vor Ort sehr wichtige, innovative Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein." Um diese Arbeit zu würdigen und sich die Ergebnisse vor Ort anzusehen, stattete sie den Projekten MAMBA, BaltCity Prevention, InProReg, Demantec und Cities Multimodal einen Besuch ab.

Der Start der Reise: MAMBA in Rendsburg

Das Projekt MAMBA, das in Schleswig-Holstein vom Diakonischen Werk in Rendsburg und von dem Kreis Plön unterstützt wird, setzt sich für die Verbesserung der Infrastruktur in ländlichen Räumen ein. Durch innovative Mobilitätskonzepte und den Aufbau von Mobilitätszentralen soll Entwicklungen wie selten fahrenden öffentlichen Verkehrsmitteln oder schlecht instandgehaltenen Straßen entgegengewirkt werden. "Es geht hierbei auch um die Zukunft gesellschaftlicher Teilhabe. Gute Erreichbarkeit ist von entscheidender Bedeutung für das wirtschaftliche Wohlergehen der ländlichen Regionen, da sie den Zugang zu Arbeitsmärkten bietet und Investitionen in die ländlichen Regionen ermöglicht. MAMBA bindet diese zentralen Faktoren sehr effektiv und überzeugend in die Projektarbeit ein.", sagte die Europaministerin.

Weiter geht’s: BaltCity Prevention, Demantec & InProReg in Flensburg

In Flensburg setzt sich die dortige Hochschule auf unterschiedlichen Gebieten mit der Verwendung von digitalen Technologien in den Bereichen Gesundheit und Pflege auseinander. Durch Bildung des Netzwerkes "eHealth for Regions" mit dem Nachbarn Dänemark und weiteren Regionen im Ostseeraum werden Aktivitäten koordiniert und weitergetragen. Es geht dabei um die Anwendung eines partizipativen und benutzerorientierten Ansatzes bei der Planung von Präventionsmaßnahmen im Gesundheitsbereich unter Einbeziehung moderner Technologien (Projekt BaltCity Prevention) und um die Unterstützung und Verbesserung der Lebensqualität von Demenzkranken (Projekt Demantec). Außerdem sollen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen durch digitale Innovationen dabei unterstützt werden, sich in der deutsch-dänischen Grenzregion besser zu etablieren (Projekt InProReg). "Die Zusammenarbeit in EU-Projekten kann hier neue Impulse geben. Die Nachbarn im Norden sind bekanntermaßen digitale Vorreiter. Die Kombination von Forschung, digitaler Wirtschaft und Kommunen mit dem Gesundheitssektor in einem Projekt ist ebenfalls etwas, was vor allem durch die Interreg-Förderung möglich ist", so die Ministerin.

Last but not least: Cities Multimodal in Kiel

Zum Abschluss ihrer Reise besuchte die Europaministerin Sütterlin-Waack schließlich den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub e.V. in Kiel, der an dem Projekt Cities Multimodal beteiligt ist. Es sollen Ansätze zur umweltfreundlichen Mobilität in Städten aufgezeigt werden. Mit Aktionen wie dem "Parking Day", bei dem Parkplätze umgewidmet und beispielsweise als Pflanzinsel oder Gastronomiefläche genutzt werden, sollen Menschen dazu inspiriert werden, ihr Mobilitätsverhalten zu ändern. Die Ministerin lobte die Projektakteure: "Sie adressieren mit ihrem Projekt ein hochaktuelles Thema - weniger CO2 und Stickoxide durch den Autoverkehr in unseren Innenstädten können wir nur durch attraktive Alternativen erreichen."

Um sicherzustellen, dass auch zukünftig Projekte, die die regionale Entwicklung im Ostseeraum vorantreiben in bisherigem Umfang durch Interreg gefördert werden können, hat sich die Europaministerin auf einer Sitzung des Bundesrats am 21. September deutlich gegen die von der Kommission vorgeschlagenen Finanzkürzungen ausgesprochen. „Dass das Miteinander heute so warmherzig und offen ist, ist nicht selbstverständlich. Das hat auch etwas mit Europa zu tun. Und deswegen darf sich die EU da nicht so einfach zurückziehen.", sagte sie in ihrer Rede.

Pressemitteilung: Rede der Europaministerin im Bundesrat vom 21.09.2018


Weitere Informationen zu den Projekten:

MAMBA
BaltCity Prevention
Demantec
InProReg
Cities Multimodal

Annika Sauer studiert Politikwissenschaft und Philosophie an der Universität Heidelberg und absolviert derzeit ein 4-wöchiges Praktikum im Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein im Referat für Ostseeangelegenheiten.