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Interreg: 389 Projekte genehmigt - deutsche Partner in 75 Prozent aller Projekte vertreten

Wasserstandsmeldung zu den laufenden Programmen der transnationalen Zusammenarbeit

Menschen in Europa (© Photographee, Fotolia.com)

Derzeit sind die Verordnungsvorschläge für die Ausrichtung der Interreg-Programme ab 2021 in aller Munde, auch in unserem Blog haben wir darüber Anfang Juni berichtet. Doch so wichtig und aufregend die Diskussion um die Zukunft der transnationalen Zusammenarbeit sein mag – auch in der aktuellen Programmperiode sind wir in einer spannenden Phase: Momentan laufen eine Vielzahl von Projekten, erste Vorhaben kommen zum Abschluss, andere starten gerade oder sind in Vorbereitung. Neue Projektaufrufe sind geöffnet oder werden vorbereitet. In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über den aktuellen Sachstand geben.

Ein Fünftel der Projekte hat einen deutschen Lead Partner

Das Interesse an transnationaler Zusammenarbeit ist groß. In den sechs Programmräumen mit deutscher Beteiligung wurden im Rahmen der bislang abgeschlossenen Aufrufe 934 Anträge eingereicht. Aus dieser Auswahl wurden bislang 389 Projekte genehmigt, das heißt, rund 42 Prozent der eingereichten Vollanträge. Eine erfreuliche Erfolgsquote! Berücksichtigt man in den Programmräumen, die ein zweistufiges Antragsverfahren haben, auch die Interessensbekundungen bzw. Anträge der ersten Stufe, so wurden insgesamt sogar 2.928 Anträge eingereicht. Eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie groß das Interesse und der Bedarf, transnationale Projekte auf den Weg zu bringen, wirklich sind. Deutsche Partner sind in den Programmen gut vertreten: Sie sind an rund drei von vier Projekten beteiligt und sogar 20 Prozent der genehmigten Projekte haben einen deutschen Lead-Partner.

Bislang 80 Prozent der EFRE-Mittel gebunden

Damit sind die Programme insgesamt auf einem sehr guten Weg. Bereits jetzt sind 80 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gebunden, die in den sechs Programmen für transnationale Projekte vergeben werden können.* In vier Programmräumen stehen derzeit noch Projektentscheidungen aus: In Mitteleuropa und im Ostseeraum für den jeweils dritten einstufigen Aufruf. Hier wurden jeweils 191 (Mitteleuropa) bzw. 114 (Ostseeraum) Anträge eingereicht. In beiden Räumen werden dann die meisten EFRE-Mittel gebunden sein. Im Nordseeraum und in Nordwesteuropa, die weiterhin zweistufige Antragsverfahren haben, stehen Projektentscheidungen der zweiten Stufe an: Im Nordseeraum haben fünf von 13 Projektkonsortien die zweite Antragsstufe erreicht und in Nordwesteuropa wurden in laufenden Calls von 110 Anträgen der ersten Antragsstufe 38 eingeladen, Vollanträge in der zweiten Stufe einzureichen. Weitere neun Anträge sind im Rahmen eines einstufigen Projektaufrufs mit dem Themenfokus auf „Erneuerbare Energien“ eingegangen, über die das Monitoring Committee im Oktober 2018 entscheiden wird.

Neue Projektaufrufe 2018 und 2019

Aktuell läuft in Nordwesteuropa der achte reguläre Projektaufruf, weitere werden noch folgen. Im Alpenraum-Programm besteht im Herbst noch einmal die Chance, eine Projektidee einzureichen und sich für eine Förderung zu bewerben. Der vierte und voraussichtlich letzte reguläre Projektaufruf wird im September 2018 veröffentlicht. Und auch im Donauraum ist der dritte Call, der gerade vorbereitet wird, der voraussichtlich letzte reguläre Projektaufruf. Im Nordseeraum-Programm läuft derzeit ein Aufruf für Interessenbekundungen; eine weitere Möglichkeit wird es Anfang 2019 geben. Die erfolgreichen Bewerber können ihre Vollanträge im Anschluss daran Anfang 2019 bzw. im Sommer 2019 einreichen.

Letzte Programmphase widmet sich der Ergebnisverbreitung und dem Austausch

In der letzten Programmphase werden dann voraussichtlich Projektaufrufe mit verkürzten Laufzeiten und einer stärkeren thematischen Fokussierung erfolgen, etwa hinsichtlich eines intensiveren thematischen Austauschs zwischen Projekten und einer besseren Verbreitung der Projektergebnisse.

Sind Sie an weiteren Zahlen, Daten und Fakten interessiert? Hier finden Sie Informationen zum Stand der Projektgenehmigungen und Eckdaten aller Interreg V B-Projekte in den Kooperationsräumen mit deutscher Beteiligung.

Wenn Sie an konkreten Projekten in Ihrer Stadt oder zu einem bestimmten Thema haben, empfehle ich Ihnen unsere Projektdatenbank, die alle im Zeitraum 2014 bis 2020 geförderten Projekte in den transnationalen Programmen mit deutscher Beteiligung umfasst.

*ohne die im 2. Call Donauraum gebundenen EFRE-Mittel

Brigitte Ahlke ist Projektleiterin im Referat für Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Inhaltliche Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die europäische Raumentwicklungspolitik und die transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg. Im Bereich Interreg betreut sie die Programme Alpenraum und Mitteleuropa und ist zuständig für Begleitforschung, Ergebnistransfer und Öffentlichkeitsarbeit.