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Projektergebnisse COMBINE: Stärkung des Hamburger Hafens im Ostseeraum durch optimierte Lösungen im kombinierten Verkehr

Interview mit Projektleiterin Adina Cailliaux vom Hafen Hamburg Marketing e.V.

Sattelauflieger-Testtransport von Moskau über Liepaja nach Travemünde (© COMBINE)

Im Juni 2021 ging das Interreg-Projekt COMBINE nach 2,5 Jahren Laufzeit zu Ende. Kern des Projekts war eine effiziente und umweltfreundliche Gestaltung des Güterverkehrs durch Stärkung des kombinierten Verkehrs im Ostseeraum. Anlässlich der digitalen Abschlusskonferenz am 21. Juni 2021 berichtet Adina Cailliaux vom Hafen Hamburger Marketing e.V. im Interview über die wichtigsten Projektergebnisse.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse des Projekts für Hamburg?

Der Erfolg des Hamburger Hafens beruht auf vielen Faktoren. Einer davon ist die Qualität der Hinterlandverbindungen. Hamburg ist nicht nur ein Seehafen, sondern auch führender Eisenbahnhafen Europas. Ab Entfernungen von 300 Kilometern aufwärts kommen die Systemvorteile des Verkehrsträgers Eisenbahn auf vielen Relationen gegenüber dem Lkw besonders zum Tragen. Optimierte Lösungen im Bereich des kombinierten Verkehrs stärken die Position des Hafens bei Transporten in den wichtigen Markt Ostseeraum. Zudem entlasten sie zeitgleich die Straßeninfrastruktur, führen zu reibungslosen Abläufen im Hafen und wirken sich positiv auf das Zusammenspiel von Personen- und Güterverkehr in der Hamburger Metropolregion aus. Für Hamburg und den Hamburger Hafen spielen zudem politische Rahmenbedingungen im Wettbewerb eine große Rolle. Eine noch engere Zusammenarbeit und die Netzwerkbildung sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Ergebnisse.

Wie geht es nach Projektabschluss weiter und wie können die Ergebnisse weiterhin genutzt werden?

Die Projektwebsite bleibt erhalten und alle Ergebnisse und Reports können noch über einen langen Zeitraum eingesehen und heruntergeladen werden. Wichtige Bestandteile von COMBINE waren die Schaffung einer Online-Datenbank sowie eines E-Books.

Zentrale Akteure und Fürsprecher des kombinierten Verkehrs waren als Projektpartner in COMBINE aktiv. Hierzu zählen für Deutschland die Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr sowie auf europäischer Ebene die Internationale Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße. Sie werden, genau wie der leitende Partner Hafen Hamburg Marketing e.V. alle Ergebnisse nutzen, updaten und über ihre Netzwerke weiter im Markt und in der Politik verbreiten und diskutieren.

Wie zahlte sich die transnationale Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern aus?

Kombinierte Verkehre sowie umweltpolitische Herausforderungen im Transportsektor sind international und bedürfen transnationaler Kooperation über den eigenen Tellerrand hinaus. So fand im Projekt COMBINE beispielsweise der Transport eines Sattelaufliegers von Moskau über den lettischen Hafen Liepaja nach Travemünde statt. Hierbei konnten sowohl unterschiedliche Technologielösungen für die Verladeprozesse getestet sowie auch die Zusammenarbeit der Akteure analysiert werden. Der Austausch über die Themen sowie die unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründe schaffen einen erheblichen Beitrag zur Stärkung des kombinierten Verkehrs und zur Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse. Hier spielt aber nicht nur die transnationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle, sondern auch die Zusammenarbeit zentraler Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Was hat Ihnen persönlich an der Arbeit im Projekt COMBINE gefallen?

Ich habe das Projekt vor drei Jahren aufgesetzt, im Anschluss aufgrund von Elternzeit an eine Kollegin übergeben und nun noch sechs Monate zu Ende geführt. Es war schön zu sehen, wie sich die Antragspläne entwickelt haben und wie die Partner zusammengewachsen sind. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten diverse Treffen, Konferenzen und Workshops leider am Ende nicht wie geplant durchgeführt werden. Der Austausch zwischen den Partnerinnen und Partnern jedoch blieb lebendig und effizient und wir hoffen alle auf ein baldiges Wiedersehen mit neuen gemeinsamen Plänen.

Weitere Informationen:

Studien und Analysen: Planned activities and outputs (COMBINE website)
Online-Datenbank zu KV-Verkehrsströmen: Cargo flows in BSR (COMBINE website)

Adina Cailliaux ist stellvertretende Leiterin der Projektabteilung beim Hafen Hamburg Marketing e.V. und betreut diverse Transport- und Logistikprojekte im Nord- und Ostseeraum.