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Wie soll eine „smarte Region“ im Jahr 2030 aussehen und wie kann das erreicht werden?

Interview mit Tommi Vollmann von der atene KOM GmbH über das Interreg-Projekt CORA und das Andockprojekt „Integrierte Lösungen für smarte Regionen“

Das Interreg-Projekt CORA will digitale Infrastrukturen und Dienstleistungen in ländlichen Gebieten verbessern (© Pexels/antene KOM)

Viele Interreg-Projekte beschäftigen sich aktuell mit „intelligenter“ Raum- und Regionalentwicklung. Eine wichtige Erkenntnis aus diesen Projekten: Integrierte Ansätze, mit denen verschiedenste Perspektiven und Sektoren zusammengeführt werden, und hierauf ausgerichtete Organisationsstrukturen sind ein Schlüssel für eine nachhaltige und „intelligente“ Regionalentwicklung. Das aus dem Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit geförderte Andockprojekt „Integrierte Lösungen für smarte Regionen“ will die Projekte vernetzen und einen Austausch moderieren. Tommi Vollmann von der atene KOM GmbH berichtet im Interview über das Projekt und die Hintergründe.

Worum geht es in dem Projekt "Integrierte Lösungen für smarte Regionen"?

Das Projekt ist vor allem ein Vernetzungsprojekt, mit dem wir deutsche Partner aus insgesamt zwölf Interreg-Projekten und verschiedenen Interreg-Programmräumen zusammenbringen. Auch wenn diese Projekte auf den ersten Blick ganz unterschiedlich scheinen, beschäftigen sie sich doch auf die eine oder andere Weise alle damit, wie eine „smarte“ Raum- und Regionalentwicklung aussehen kann. Indem wir uns zu den Projektinhalten austauschen und voneinander lernen, wollen wir aus der Perspektive dieser zwölf Projekte zwei Fragen beantworten: Wie soll aus unserer Sicht eine „smarte Region“ im Jahr 2030 aussehen? Und wo sollten davon ausgehend zukünftige Initiativen und Projekte vor allem ansetzen?

Was war der Hintergrund, das Projekt als Andockprojekt zum Interreg-Projekt „CORA“ zu entwickeln?

Im Interreg-Projekt CORA („COnnecting Remote Areas with digital infrastructure and services“) aus dem Nordseeraumprogramm setzen wir einen Schwerpunkt darauf, die digitale Infrastruktur und digitale Dienstleistungen in ländlichen Gebieten des Nordseeraums zu verbessern. Die Erfahrungen der CORA-Partner zeigten dabei von Beginn an ganz deutlich: Die Zusammenarbeit über die Sektoren- und Ressortgrenzen hinweg und das Zusammenbringen ganz unterschiedlicher Perspektiven ist ein Schlüssel, wenn es darum geht, Regionen „smart“ zu machen. Natürlich tauschen wir uns auch im Rahmen des CORA-Projekts bereits mit thematisch verwandten Projekten aus. Um dies aber vertieft und auch programmraumübergreifend tun zu können, fehlen dann doch oft die Zeit und die Ressourcen. Daher ist es für uns besonders wertvoll, dass das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit Vernetzungsvorhaben wie unseres gezielt fördert und damit einen solchen fachlichen Austausch ermöglicht.

Was bringt das Projekt für die Region?

Ich sehe den Mehrwert des Projekts vor allem auf zwei Ebenen: Zum einen leisten wir einen fachlichen Beitrag zur Debatte darüber, was „smarte Regionen“ ausmacht und wie erfolgreiche integrierte Strategien für „smarte Regionen“ verwirklicht werden können – vor dem Hintergrund regionaler Spezifika und Erkenntnisse aus zwölf Projekten. Zum anderen bündeln wir in gewisser Weise die Positionen der deutschen Partner verschiedener Interreg-Projekte, um zu zeigen, welche Schwerpunkte im Themenfeld der „intelligenten“ Regionalentwicklung in der nächsten Förderperiode 2021–2027 aus unserer Sicht gesetzt werden sollten.

Was ist Ihre persönliche Motivation für die Zusammenarbeit an diesem Thema?

Für mich persönlich ist die Perspektivenvielfalt, mit der wir es im Projekt zu tun haben, besonders spannend. Wann sonst hat man innerhalb eines Projekts mit so vielfältigen Themen zu tun wie Blockchain-Technologien, kreativer Bürokratie und regionaler Clusterpolitik? Dass all dies zusammengebracht werden kann und vielleicht sogar muss, macht für mich den besonderen Reiz der Zusammenarbeit im Projekt aus.

Was ist Ihr bislang schönstes Erlebnis im Rahmen des Projekts?

Natürlich hat auch unserem Projekt die Corona-Pandemie zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht und dafür gesorgt, dass die Vernetzungs- und Arbeitstreffen nicht in der Form stattfinden konnten, wie wir es uns gewünscht hätten. Dass wir trotz rein digitaler Zusammenarbeit dennoch bereits viel voneinander lernen konnten und – bei aller Unterschiedlichkeit der Projektansätze und regionalen Herausforderungen – auch viele Gemeinsamkeiten identifizieren konnten, dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar.

Weitere Informationen:
Interreg Nordseeraumprojekt CORA

Tommi Vollmann ist Projektmanager bei der atene KOM GmbH in Berlin und leitet das CORA-Andockvorhaben „Integrierte Lösungen für smarte Regionen“. Er studierte Nordeuropawissenschaften und Kommunikationswissenschaften und beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der Koordination sektorenübergreifender Kooperationsprojekte, viele davon im Interreg-Ostseeraumprogramm.