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Nordseekonferenz 2020: Auf zu neuen Horizonten - auf Kurs bis 2030

Anna Hückel berichtet von der Nordseekonferenz am 10. November 2020

Nordseestrand (© Pixabay/Nordsee-Programmsekretariat)

Am 10. November 2020 fand die 23. Nordseekonferenz statt – dieses Jahr, aufgrund der Covid-19-Pandemie, erstmals online. Die 280 Teilnehmenden wurden aus einem Fußballstadion in Aalborg (Dänemark) begrüßt. Das Konferenzprogramm stand ganz im Zeichen der Zukunft, denn es ging zum einen um die Nordseestrategie 2030 der Nordsee-Kommission und zum anderen um das neue Interreg-Nordseeprogramm 2021–2027.

Startschuss für die Nordseestrategie 2030 und neues Interreg-Nordseeprogramm

Nach der Begrüßung durch Sarah Holsen, Programm- und Projektkoordinatorin des Interreg-Nordseeprogramms, haben Kerstin Brunnström und Magnus Engelbrektsson als Vertretung der Nordsee-Kommission die Nordseestrategie 2030 vorgestellt. Die Nordsee-Kommission ist seit 1989 tätig und hat eine enge Beziehung zum Nordseeprogramm.

Die Konferenz stellte den Startschuss für die Nordseestrategie 2030 dar, welche bei der Jahreshauptversammlung der Nordsee-Kommission am 6. November 2020 verabschiedet wurde. Im Wesentlichen beinhaltet die Strategie vier Schwerpunktbereiche:

  • eine produktive und nachhaltige Nordseeregion
  • eine klimaneutrale Nordseeregion
  • eine verbundene Nordseeregion
  • eine intelligente Nordseeregion

Christian Byrith, Leiter des Nordsee-Programmsekretariats, stellte anschließend die Entwicklung des neuen Interreg-Nordseeprogramms 2021–2027 vor. Die Arbeit am neuen Nordseeprogramm läuft aktuell auf Hochtouren. Die derzeitige Zeitplanung sieht vor, dass das neue Programm im Herbst 2021 genehmigt sein soll. Für die Entwicklung wurden Konsultationen mit verschiedenen Interessengruppen durchgeführt. Als maßgebliche Politikziele des neuen Programms haben sich "Ein intelligenteres Europa" und ein "Ein grüneres, CO2-ärmeres Europa" gezeigt.

Mit Breakout-Workshops wurde die Einbeziehung von Interessengruppen bei der Programmentwicklung abgeschlossen. Die Workshops umfassten eine Reihe von Themen, wie beispielsweise die Anpassung an den Klimawandel, nachhaltiger Verkehr oder maritime Entwicklung.

Während der Konferenz kamen an mehreren Stellen im Programm verschiedene Stakeholder zu Wort, die auch in Interreg-Nordseeprojekten aktiv sind, wie z.B. Peter Argyle (Vizepräsident der Nordsee-Kommission, beteiligt am Projekt "Hydrogen Transport Economy in the North Sea Region2" [kurz: HyTrEc2]) und Christina Zinck Folmand (Stadtverwaltung Aalborg, beteiligt am Projekt "Strategic Transnational Cluster Cooperation - unlocking the potential for regional innovation" [kurz: Northern Connections]). Sie haben den besonderen Mehrwert der Nordseestrategie und des Nordseeprogramms noch einmal verdeutlicht, indem sie auch von eigenen Erfahrungen aus den Projekten berichteten.

Wichtigste Ergebnisse der Konferenz: Weiterentwicklung der Nordseeregion

In den nächsten Monaten wird es vor allem um die Zukunft unserer Nordseeregion gehen. Sowohl die Nordseestrategie 2030 als auch das neue Interreg-Nordseeprogramm erscheinen aussichtsreich, ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Nordseeregion zu leisten. Während der Konferenz wurde auch das Erreichte (z.B. Ergebnisse von Interreg-Nordseeprojekten) reflektiert, was mindestens genauso wichtig für eine erfolgreiche Zukunft der Nordseeregion ist.

Auch meine Teilnahme beim Workshop zur Anpassung an den Klimawandel hat gezeigt, dass es noch Einiges zu tun gibt. Der Klimawandel betrifft die Nordseeregion in besonderer Weise. Die Teilnehmenden des Workshops haben wertvolle Anregungen zu Themen, Herangehensweisen und Zielgruppen im künftigen Nordseeprogramm eingebracht.

Zum Abschluss der Konferenz wurden die Gewinner und Zweiplatzierten des Foto- und Videowettbewerbs der Nordseeregion verkündet und präsentiert. Beide Wettbewerbe wurden vom Nordsee-Programmsekretariat veranstaltet. Dabei sind sehenswerte Beiträge von Interreg-Nordseeprojekten entstanden. Beim Videowettbewerb hat in der Kategorie "Explainer Video" das Projekt "Sullied Sediments - Sediment Assessment and Clean Up Pilots in Inland Waterways in the North Sea Region" (kurz: Sullied Sediments) und in der Kategorie "People in Focus" das Projekt "Project to implement energy saving methods and programme for energy-efficient and nearly zero-energy schools" (kurz: 2imprezs) gewonnen.

Interreg-Nordseeprojekt Partrige (@ Marco Renes)

Beim Fotowettbewerb konnten sich jeweils die Projekte "Innovation to Push Offshore Wind Energy Regions", kurz Inn2POWER (Kategorie "A smarter North Sea Region"), "Protecting the Area's Resources Through Researched Innovative Demonstration of Good Examples", kurz PARTRIDGE (Kategorie "A greener North Sea Region") und "Creating A New Approach to Peatland Ecosystems", kurz CANAPE (Kategorie "A more liveable North Sea Region") eine Trophäe sichern. Alle eingereichten Video- und Fotobeiträge finden Sie in den News-Meldungen auf der Programmwebsite – vorbeischauen lohnt sich!

Persönliche Eindrücke von der Konferenz als Nationale Kontaktstelle

Auch wenn die Nordseekonferenz zum ersten Mal nicht physisch stattfinden konnte, war sie ein Erfolg. Sie hat ermöglicht, in Zeiten von Covid-19 mithilfe von Online-Tools viele Menschen zusammenzubringen und zu vernetzen. Dabei lassen sich technische Schwierigkeiten im Voraus schwer absehen, bringen aber auch immer einen wichtigen Lerneffekt mit sich. Das zeigt sich auch in dem Blog-Artikel mit "Lessons learned" vom Nordsee-Programmsekretariat, der nach der Konferenz veröffentlicht wurde.

Ich persönlich fand es auch bereichernd, dass die Nationalen Kontaktstellen des Interreg-Nordseeprogramms aktiv in die Konferenz eingebunden wurden. Zum einen konnten wir in den Workshops unterstützen und zum anderen hatten wir während der Plenumssitzung die Möglichkeit, uns kurz vorzustellen.

Die Konferenz hat mir in meiner Arbeit als Nationale Kontaktstelle außerdem noch einmal verdeutlicht, wie wertvoll die Arbeit im Interreg-Nordseeprogramm ist. Ich bin froh, an der Weiterentwicklung der Nordseeregion und dem damit verbundenen transnationalen Austausch mitarbeiten zu können.

Getreu dem Motto: "Gemeinsam sind wir stark!" sollten wir optimistisch in die Zukunft blicken und zusammen an nachhaltigen Lösungen für die Nordseeregion arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass mit der Nordseestrategie 2030 und dem Nordseeprogramm dafür die richtigen Weichen gestellt sind.

Links zu weiteren Informationen

Dokumentation der Nordseekonferenz (Programm, Präsentationen, Aufzeichnungen etc.):
North Sea Conference 2020 (Interreg North Sea Region Programme)

News-Meldung des Nordsee-Programmsekretariats zur Nordseekonferenz:
North Sea Conference 2020, from Rotterdam to Aalborg (Interreg North Sea Region Programme)

Blog-Artikel des Nordsee-Programmsekretariats zur Nordseekonferenz:
How (not) to organise an online conference (North Sea Region Blog)

News-Meldung auf der deutschsprachigen Interreg-Nordsee-Website:
Rückblick auf die Nordseekonferenz 2020 (NCP Deutschland Interreg North Sea Region Programme)

Informationen zum Videowettbewerb:
Winners of the North Sea video contest (Interreg North Sea Region Programme)

Informationen zum Fotowettbewerb:
Winners of the North Sea Photo Contest (Interreg North Sea Region Programme)

Anna Hückel arbeitet im Staatsamt der Senatskanzlei Hamburg als deutsche Nationale Kontaktstelle für das Interreg-Nordseeprogramm 2014 – 2020.