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"Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den deutschen Projektpartnern im Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit"

Interview mit Nina Kuenzer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Flyer Bundeprogramm Transnationale Zusammenarbeit (© BBSR)

Nina Kuenzer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) betreut seit Oktober 2020 die Interreg B-Programme für den Alpenraum und Nordseeraum sowie das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit. Im Interview berichtet Frau Kuenzer über ihre Aufgaben, Chancen und Herausforderungen.

Frau Kuenzer, Sie verstärken seit dem 1.10.2020 das Interreg-Team im BBSR. Was konkret sind Ihre Aufgaben?

Konkret bin ich im Interreg-Team für die Betreuung der transnationalen Interreg-Programme Alpenraum und Nordseeraum zuständig, also geographisch zwei sehr unterschiedliche Kooperationsräume. Zudem bin ich neue fachliche Ansprechpartnerin für das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit. Im Rahmen des Bundesprogramms unterstützen wir durch eine Zuschussförderung deutsche Partner bei der Entwicklung und Umsetzung transnationaler Interreg-Projekte – ebenso die Verstetigung und Intensivierung von Projektergebnissen in Deutschland.

Sie haben bereits einige Erfahrungen in Projekten auf EU- und Landesebene gesammelt. Was reizt Sie in Ihrer neuen Funktion am meisten?

Am meisten reizt mich die enge Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in den transnationalen Programmen und in den Projekten: die gemeinsame Umsetzung der Interreg B-Programme inklusive aller Herausforderungen und unterschiedlichen Sichtweisen. Besonders interessant ist für mich die Schnittstelle zwischen Politik und Projektumsetzung: also zu sehen, wie sich neue strategische Ziele auch konkret in nachhaltige Projekte umsetzen lassen.

Welche ersten Eindrücke haben Sie bislang gesammelt?

Ich habe meine Arbeit just in der Phase zur Programmierung der neuen Förderperiode 2021 – 2027 angefangen – es werden also momentan auch die Interreg B-Programme neu verfasst und verhandelt. Das passiert in einer doch schwierigen Zeit, in der wir alles online umsetzen und auf den wichtigen persönlichen Austausch verzichten müssen. Ich finde es erstaunlich, wie gut der Austausch auf transnationaler Ebene unter den gegebenen Umständen funktioniert. Und das während der sehr arbeitsintensiven Zeit der Programmierung. Das hat meinen bisherigen Eindruck einer sehr gut funktionierenden transnationalen Zusammenarbeit in Europa noch weiter bestätigt.

Auf welche Zusammenarbeit freuen Sie sich besonders?

Gerne würde ich hier "auf die gesamte Zusammenarbeit" sagen. Besonders freue ich mich aber auch auf die Zusammenarbeit mit den deutschen Projektpartnern im Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit – zu sehen, was konkret von den Projektpartnern umgesetzt wird und wie wir dabei unterstützen können.

Wo genau sehen Sie die größten Herausforderungen und Chancen für die Interreg-Programme für den Nordseeraum und Alpenraum?

In beiden Kooperationsräumen ist es eine Herausforderung, auf die geographischen Gegebenheiten und die daraus resultierenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Projekten nachhaltig einzugehen. Es ist aber auch eine Chance, beispielsweise im Alpenraum neue Wege der Kooperation im Kampf gegen den Klimawandel einzugehen – dieser Kooperationsraum ist schließlich besonders betroffen. Im Nordseeraum werden sich zukünftig durch den Brexit neue Partnerschaften und Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben. Das ist sicherlich eine große Chance für die transnationale Zusammenarbeit – weniger eine Herausforderung!

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, würden Sie sich wünschen, dass…

…wir uns endlich bald alle wieder persönlich begegnen können!

Nina Kuenzer ist Mitarbeiterin im Referat Europäische Raum- und Stadtentwicklung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Inhaltliche Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Europäische Raumentwicklungspolitik und transnationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg B. Sie betreut auf Seiten des BBSR die Programme für den Alpenraum und Nordseeraum sowie das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit.