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Workshop 2 "Bundesprogramm"

Förderung durch das Bundesprogramm "Transnationale Zusammenarbeit"

Das Bundesprogramm "Transnationale Zusammenarbeit" hat in der letzten Förderperiode 2007-2013 rund 4,2 Millionen Euro zur Unterstützung von INTERREG B-Projekten eingesetzt. Dass sich eine Bewerbung im Bundesprogramm lohnt, zeigt die Förderquote, denn von den über 250 Anträgen wurden 100 Vorhaben gefördert. Dabei wurde aber auch deutlich, dass der Wettbewerb zwischen den Antragstellern zugenommen hat und die Qualität der Anträge gestiegen ist. Ab 2014 wird das Bundesprogramm weiterhin jährlich Mittel in Höhe von 500.000 Euro zur Unterstützung für Vorlauf- und Andockvorhaben sowie zur Projekt-Kofinanzierung zur Verfügung stellen.

Dr. Katharina Erdmenger, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), machte deutlich, dass das Bundesprogramm einen integrierten und räumlichen Ansatz der transnationalen Zusammenarbeit verfolgt. Es unterstützt eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung und fördert sektorübergreifende Ansätze in den thematischen Prioritäten Innovation, Energie, Transport und Umwelt. Projekte in den sechs Programmräumen mit deutscher Beteiligung werden unterstützt. Wenngleich die nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung nicht länger eine direkte Förderpriorität von INTERREG ist, so bleibt sie wichtiger Bestandteil der Programme und muss über integrierte Herangehens- und Denkweisen in die Vorhaben eingebracht werden. Wichtig ist, die Themen einer Projektidee von einem Raumansatz aus anzugehen, wie es beispielsweise Verkehrskorridore oder Projekte zur klimawandelgerechten Raumentwicklung tun, in denen sektorübergreifende Ansätze bedient werden.

Als praktisches Beispiel stellte Marina Rimpo, Hafen Hamburg Marketing e.V., das vom Bundesprogramm geförderte Projekt "Amber Coast Logistics (ACL)" vor, dessen Ziel die Verbesserung des multimodalen Güterverkehrs unter Anbindung des Hinterlands war. Hier wirkten Regionalansatz, eine starke Beteiligung auf deutscher Seite und eine intensive Zusammenarbeit mit den neuen Mitgliedstaaten zusammen. Das Projekt und seine Ergebnisse stehen im Einklang mit europäischen Entwicklungszielen.

Powerpoint-Präsentation zum Projekt "Amber Coast Logistics (ACL)"
Marina Rimpo, Hafen Hamburg Marketing e.V.

Neben der finanziellen Förderung besteht der Mehrwert des Bundesprogramms in der politischen Unterstützung der Projektthemen, was wiederum zu einer gesteigerten Wahrnehmung bei Entscheidungsträgern und relevanten Akteuren auf vielfältigen politischen Ebenen beitragen kann. So konnte beispielsweise das Projekt ACL an politischen Plattformen wie dem Ostseerat (Council of Baltic Sea States) teilnehmen und so dem Wissenstransfer einen wichtigen Anschub geben.

Wichtig für eine Bewerbung im Bundesprogramm sei eine klare Formulierung der Projektziele mit einer Ausrichtung sowohl auf die Förderziele von INTERREG als auch des Bundesprogramms, erklärte Peter Schulenkorf in seiner Funktion als Programmassistenz. Vorhaben können dauerhaft eingereicht werden, der nächste Stichtag für eine Bewerbung für Vorlaufvorhaben ist der 25. Juli 2014. Für Bewerbungen auf eine Kofinanzierung gilt der 17. Oktober 2014 als Stichtag. Die überarbeiteten Antragsunterlagen, einschließlich der Hinweise für Antragsteller, werden Mitte Juni 2014 auf www.interreg.de veröffentlicht. Interessierte sind aufgefordert, möglichst frühzeitig mit der Programmbetreuung Kontakt aufzunehmen, um Fragen im Vorfeld einer Bewerbung zu klären.

Powerpoint-Präsentation zum Bundesprogramm "Transnationale Zusammenarbeit"
Peter Schulenkorf, CORE Consult GmbH

Schließlich ist es für eine Bewerbung beim Bundeprogramm wichtig zu wissen, dass nicht alles, was bei INTERREG gefördert wird, auch für die Bundesprogramm-Förderung in Betracht kommt. Die Schnittmengen sind nun etwas kleiner geworden. Wichtig ist, wie eine Projektidee den Raumbezug herstellt und dass sie eine Verbindung zur räumlichen und territorialen Entwicklung darstellen kann. Dafür muss auch politisch gedacht werden: Aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen sollten aufgegriffen und Interessen des BMVI bzw. der Bundesregierung mitgedacht werden.

Alle Fotos: DV, Michael Kirsten

Moderation:Sina Redlich, BBSR, Bonn
Experten:Katharina Erdmenger, BMVI, Berlin
Marina Rimpo, Hafen Hamburg Marketing e.V., Hamburg
Peter Schulenkorf, CORE Consult GmbH, Dresden
Bericht:Michael Färber, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, Berlin


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