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Workshop 1 "Förderlandschaft"

Wie passt INTERREG B in die EU-Förderlandschaft?

Volles Haus gleich beim ersten Workshop. Anliegen war es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen INTERREG B und thematisch verwandten europäischen Förderprogrammen darzustellen.

INTERREG EUROPE bleibt die EU-weit agierende Schwester der transnationalen Programme. Künftiges Ziel ist die verbesserte, effektivere Umsetzung der EU-Kohäsionsinstrumente in den Bereichen Innovation, KMU, CO2-Reduktion und Ressourcenschutz. Die Art der Aktivitäten bleibt ganz überwiegend bei soft measures, Erfahrungsaustausch, Personalaustausch, Studienfahrten und Aktionsplänen, wobei künftig allerdings auch anschließende Pilotaktionen gewünscht sind. Ein neuer Baustein sind offene, von Experten betriebene Kooperationsplattformen zu den vier Themen. Der erste Call wird Anfang 2015 erwartet.

CONNECTING EUROPE führt in einem Programm fort, was bisher unter MARCO POLO, TEN-V u. ä. gefördert wurde. Auch die jeweiligen Zielgruppen, nämlich Unternehmen bzw. öffentliche Träger, werden jetzt durch ein Programm angesprochen. Infrastruktur und Verkehrsdienstleistungen können so auch kombiniert gefördert werden. Das erste Arbeitsprogramm wurde von der Europäischen Kommission im März 2014 veröffentlicht; die thematischen Schwerpunkte werden während der Laufzeit aktualisiert. Die Infrastrukturkomponente ist eher technisch ausgerichtet, z.B. im Hinblick auf einheitliche Standards. Dies ist nicht, was INTERREG B leisten kann und sollte. Eine klare Empfehlung des Experten: INTERREG B-Projekte zum Thema sollten ihre Verknüpfung mit dem TEN-V-Netz darstellen.

HORIZON 2020 läuft bereits. Die ersten Calls sind offen. Der Fokus liegt wie bisher auf Forschung und Entwicklung. Neu hinzugekommen sind als Ziele Innovation und Demonstrationsprojekte zur Umsetzung (market uptake) - letztere dürften die größte Ähnlichkeit zu INTERREG-Projekten haben. Allerdings bleibt sowohl die Exzellenzorientierung als auch die zentrale Steuerung durch die Kommission kennzeichnend für HORIZON. Räumliche Aspekte, gekoppelt mit einer smarten Spezialisierung, bleiben außer Betracht. Laut Experten dürfte HORIZON deshalb INTERREG weiterhin vorgelagert sein. Die Kofinanzierungsrate für Forschungsprojekte beträgt 100% und für Demonstrations- und Innovationsprojekte 75%.

Das Programm Intelligent Energy Europe (IEE) läuft zwar noch bis 2017, neue Calls wird es aber nur noch im Rahmen von HORIZON 2020 geben. Das Budget für Energiefragen bei HORIZON 2020 beträgt ca. sechs Milliarden Euro, davon ca. 830 Millionen allein für Energieeffizienz.



Alle Fotos: DV, Michael Kirsten

Moderatorin:Dr. Sabine Zillmer, Spatial Foresight GmbH, Berlin
Experten:Martina Bačová, Gemeinsames Technisches Sekretariat INTERREG IV C, Lille
Bernd Meyer, ZENIT - Zentrum für Innovation und Technik GmbH, Mülheim an der Ruhr (HORIZON 2020)
Dr. Bernd Seidel, Verkehr & Logistik - Beratung und Umsetzung, Garbsen (TEN-V/CEF)
Martin Eibl, EASME - Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen, Brüssel (Energie/HORIZON 2020)
Bericht:Jens Kurnol, BBSR, Bonn


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