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Workshop 8 "Projektergebnisse verstetigen"

Projektergebnisse konkretisieren und verstetigen

1) Gibt es Themen, die sich besser für eine Verstetigung eignen als andere? 2) Muss überhaupt jedes Projekt auf Dauerhaftigkeit ausgelegt sein? 3) Und was soll eigentlich verstetigt werden - das Kooperationsnetzwerk oder die Nutzung der Ergebnisse?

Am Beispiel der Europäischen Route der Backsteingotik (EuRoB) lassen sich typische Entwicklungsstufen für ein dauerhaftes Netzwerk identifizieren: Die Route beginnt mit der Idee zu einer kleinen Ausstellung in Deutschland Ende der 1990er Jahre. Daraus entstand ein INTERREG III B-Projekt mit breiter Beteiligung von Schweden über Dänemark, Deutschland und Polen ins Baltikum. Heute ist es ein ostseeweiter Verein mit 39 Mitgliedsstädten vor allem aus Dänemark, Polen und Deutschland, der sich allein aus Mitgliedsbeiträgen finanziert und unabhängig ist von einer eventuellen Projektfinanzierung. Das INTERREG-Projekt diente als Inkubator für die mittlerweile im Markt voll akzeptierte Marke EuRoB. Die vielfältigen Hürden konnten gemeistert werden, weil alle relevanten Akteure von Anfang an mitgenommen wurden (Politik, Denkmalpflege, Kirchgemeinden, Tourismus-Fachleute, Gemeinderäte, Akteure aus Region und der Länder, private Akteure...). Die Kunst besteht heute im Weglassen, d.h. in der Konzentration auf die Aktivitäten, die den größten Kosten-Nutzen-Effekt bringen.

Um dauerhafte Projektergebnisse ging es auch bei den Verkehrsprojekten FLAVIA, SONORA und SCANDRIA - wobei Dauerhaftigkeit hier nach ein/zwei Jahren bedeutet, dass meist nicht mehr die Projektpartner selbst die Ergebnisse nutzen, sondern die Unternehmen, die Verkehrs- oder Logistikdienstleistungen anbieten oder nachfragen. Generell ist eine permanente Ansprache und Einbindung von Stakeholdern von Beginn an erforderlich. Wenn dann noch Flexibilität auf Seiten der Projektpartner zur Nutzung von Synergien mit parallelen Aktivitäten dazu kommt, sind die Chancen gut, dass die Ergebnisse tatsächlich dauerhaft genutzt werden (entsprechende Flexibilität auch auf Seiten der Zuwendungsgeber vorausgesetzt). Die vier entscheidenden Faktoren sind: Interessen (Geschäftsmodelle) der Partner berücksichtigen; flexibel bleiben; mit allen Stakeholdern in direktem Kontakt bleiben; Studien nur dann, wenn die Entscheider direkt involviert sind.

Die Antworten auf die Fragen oben im Schnelldurchlauf:

  1. Nein. Grundsätzlich eignen sich alle Themen, sofern sie zu den Interessen der Partner passen und diese einigermaßen homogen sind.
  2. Nein. Aber wenn es um Langlebigkeit geht, dann muss diese von Anfang mitgedacht und in das Projektgerüst eingeplant werden. Eine Verstetigung erst nach Projektlaufzeit bedarf eines langen Atems und weiterer Mittel.
  3. Kommt darauf an. "Capacity building" sollte nicht als Selbstzweck betrieben werden, sondern mittelfristig einen (wirtschaftlichen) Mehrwert bringen.

Powerpoint-Präsentation "Die SoNorA-/SCANDRIA und FLAVIA-Räume"
Bertram Meimbresse, Technische Hochschule Wildau

Powerpoint-Präsentation zur Europäischen Route der Backsteingotik
Christoph Pienkoß, Europäische Route der Backsteingotik e.V. (EuRoB)

Alle Fotos: DV, Michael Kirsten


Moderator:Christian Huttenloher, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
e.V., Berlin
Experten:Christoph Pienkoß, Europäische Route der Backsteingotik e.V. (EuRoB), Berlin
Bertram Meimbresse, Technische Hochschule Wildau
Bericht:Jens Kurnol, BBSR, Bonn


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