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Workshop 5 "Private Partner"

Private Unternehmen einbeziehen

Private Unternehmen sind in der INTERREG-Arbeit unterrepräsentiert, obwohl sie häufig als Adressaten der Arbeitsergebnisse auftauchen. Sofern Private an INTERREG-Projekten mitwirken, sind es häufig kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die als indirekte Projektpartner eingebunden sind. Trotz geringer Beteiligungszahlen gibt es ein Bindeglied zwischen dem regionalen Ansatz von INTERREG und privaten Unternehmen: Wachstum und Innovation, denn Innovation ist ein zentrales Anliegen für KMU. Gleichzeitig ist es ein INTERREG-Ziel, Innovation zu ermöglichen und dadurch Wachstum zu fördern. Von einer INTERREG-Beteiligung können diejenigen Projektgemeinschaften profitieren, die eine höhere Praxisorientierung haben, und die Unternehmen, die z.B. am Wissenstransfer mit Universitäten partizipieren.

Rund die Hälfte der INTERREG-Kooperationsprogramme lässt derzeit die Teilnahme von KMU zu, trotzdem ist die Beteiligung nur gering. Komplexe Beihilferegelungen behindern die Projektteilnahme, da marktrelevante Ergebnisse aus der Förderung ausgeschlossen sind. Hoher Verwaltungsaufwand und eine langfristige Projektplanung mindern die Attraktivität von INTERREG für Unternehmen. Zudem werden Wettbewerbsnachteile durch das Einbringen und Teilen geistigen Eigentums durch die Unternehmen befürchtet. Besonders Kleinstbetriebe scheitern am hohen Aufwand für INTERREG.

Wie kann die Einbindung besser gestaltet werden? Künftig soll die Beteiligung von KMU an INTERREG in allen Programmräumen ermöglicht werden, wenngleich in den einzelnen Programmräumen unterschiedliche Bedingungen gelten werden. Dazu beitragen sollen auch die Einführung von Kostenpauschalen, ein vereinfachtes Monitoring und zweistufige Antragsverfahren, in denen schon früh die Übereinstimmung von Projektidee und Förderzielen geprüft wird. Des Weiteren ist in dem Entwurf der Gruppenfreistellungsverordnung die Möglichkeit der Gruppenfreistellung für KMU in der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit vorgesehen, wodurch Hürden des staatlichen Beihilferechts für die Einbeziehung von kleinen und mittleren Unternehmen behoben werden sollen.

Für eine indirekte Einbindung der privaten Unternehmen haben sich in der Vergangenheit Cluster und Konsortien als zentrales Medium zwischen Unternehmen und INTERREG-Projekten bewährt. Die zwischengeschaltete Stelle erbringt dabei Aufgaben in der INTERREG-Arbeit, die durch Firmen nicht zu leisten sind (Verwaltung, Informationsvermittlung, Wissenstransfer). Ein praktisches Beispiel dafür sind Interessenvertretungen wie beispielsweise Kammern, die Anliegen und Bedürfnisse ihrer Mitglieder kennen und vertreten.

Schwierig stellt sich jedoch die Einbindung von produzierendem Gewerbe/Industrie in INTERREG dar. Die Entwicklung innovativer Produkte wäre hier noch die denkbarste Schnittstelle, jedoch spricht INTERREG mit der Ermöglichung von Innovation als Arbeitsziel eher eine andere Zielgruppe an; die Industrie wäre hier eher als Nutznießer der INTERREG-Ergebnisse zu sehen. Möglich bleibt die Einbindung von Experten aus der Industrie (Subject Matter Experts) in INTERREG.

Wortmeldungen unterstrichen im Workshop, dass private Unternehmen in der INTERREG-Familie ein großes Interesse an konstanten Finanzierungen und Regeln haben. Bei Fragen zu INTERREG sollten möglichst schnell die Beratungsangebote der Contact Points genutzt werden, um die Fördermodalitäten und die Möglichkeiten zur Einbeziehung privater Partner zu klären.

Powerpoint-Präsentation "Private Unternehmen einbeziehen"
Brigitte Ahlke, BBSR

Alle Fotos: DV, Michael Kirsten

Moderation:Dr. Susanne Ast, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
Experten:Brigitte Ahlke, BBSR, Bonn
Prof. Dr. Michael Bergmann, Director Maritime Industry, Jeppesen GmbH, Neu-Isenburg
Dr. Max Hogeforster, Hanse-Parlament e. V., Hamburg
Alexander Schwock, BalticNet-PlasmaTec e.V., Greifswald
Katrin Stockhammer, INTERACT-Point, Wien
Bericht:Michael Färber, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, Berlin


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