Navigation und Service

Bundesförderung: Rückblick Projektaufrufe 2017

Datum 27.11.2017

In zwei Einreichungsrunden im August und Oktober 2017 wurden insgesamt 15 Vorhaben (2 Andock-, 9 Vorlauf- und 4 Kofinanzierungsvorhaben) mit einem Gesamtvolumen von ca. 567.000 EUR seitens des BMVI genehmigt. Unter den Projekten mit hohen Erfolgsaussichten in den Interreg V B-Programmen fördert das Bundesprogramm solche Projekte, die die gegebenen Themenbereiche durch integrierte und raumwirksame Ansätze bearbeiten. Aus den Vorhaben muss ein klarer Bezug zur Raumentwicklungspolitik hervorgehen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr bei Vorhaben im Programmraum Mitteleuropa (8 Vorhaben) und Nordwesteuropa (4 Vorhaben). Jeweils ein Vorhaben wurde in den Programmräumen Donauraum, Alpenraum und Ostseeraum genehmigt. Der nächste Aufruf ist für Anfang 2018 geplant.

Andockvorhaben

Erstmals in dieser Förderperiode wurden 2017 zwei Vorhaben genehmigt, die ein bestehendes Interreg-Projekt ergänzen. Die Andockförderung dient der Finanzierung von Maßnahmen, die im Rahmen des Interreg B-Projekts nicht oder nur ungenügend durchgeführt werden können, die aber von besonderem Bundesinteresse sind. Auch Maßnahmen zur Kommunikation und zur Verstetigung der Projektergebnisse sind förderfähig sowie die innerdeutsche Vernetzung mit thematisch verwandten Projekten aus anderen Interreg-Programmen.

  • Transnational transport in a regional context (Andock zu Peripheral Access, Mitteleuropa), Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.: Das Vorhaben verknüpft aktuelle Interreg Mitteleuropa- und Ostseeraum-Projekte in Ostdeutschland im Themenbereich CO2-armer Verkehr, Korridorentwicklung sowie Hinterland-Anbindung mit dem Ziel, die Reichweite der Projektergebnisse im Hinblick auf eine gemeinsam abgestimmte Raumentwicklung zu vergrößern.
  • Cycle Highways In Agricultural and Protected AreaS (Andock zu CHIPS, NWE), Verband Region Rhein-Neckar: Das Vorhaben behandelt den Nutzungskonflikt zwischen Radschnellwegen und u.a. landwirtschaftlichem Verkehr. Durch lokale und regionalen Beteiligungsprozesse sollen u.a. gemeinschaftlich akzeptierte Lösungswege und Maßnahmenpläne erstellt werden, die die konkrete Umsetzung von Radschnellwegen durch regional koordinierte Aktivitäten voranbringen.

Vorlaufvorhaben

Die Vorlaufförderung wird erfolgsunabhängig gewährt und dient der Entwicklung und Einreichung eines Interreg B-Projektantrags. Die Vorlaufförderung richtet sich vorrangig an deutsche Lead Partner. 2017 wurden neun Vorlaufvorhaben genehmigt:

  • DemoLabNet (Donauraum), Das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden e.V.: Zur Förderung der Innovationsfähigkeit rund um die soziale Daseinsvorsorge werden "Demographie-Laboratorien" eingerichtet, die Pflegeanbieter im Donauraum bei der Entwicklung ihrer Konzepte und Geschäftsmodelle unterstützen.
  • PGB (NWE), Geologischer Dienst NRW: Durch einen Planungsatlas und Pilotanwendungen wird für private und öffentliche Investoren eine erhöhte Planungssicherheit geschaffen, um die umweltfreundliche tiefengeothermische Energie wirtschaftlich zu erschließen.
  • PIONEERS (Mitteleuropa), Landratsamt Landkreis Zwickau: Rahmenbedingungen werden strategisch entwickelt und konkrete Maßnahmen pilotweise getestet, um Kultur- und Kreativwirtschaft in traditionellen Industrieregionen zu stärken.
  • UrRu Act (NWE), Klima-Bündnis e.V.: UrRu Act steht für den Ausbau einer nachhaltigen dezentralen Energieversorgung im Stadt-Land-Kontext.
  • REIF (Mitteleuropa), Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft: Reaktivierung des Schienengütertransports in ländlichen Regionen zur Sicherung eines multimodalen Transportnetzes Straße/Schiene/Wasser auch abseits von nationalen und europäischen Transportverbindungen.
  • ReeP (Mitteleuropa), Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern: Förderung von Beschäftigung und Unternehmensgründungen zur Bekämpfung von negativen Auswirkungen von (Langzeit-)Arbeitslosigkeit, des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels im ländlichen Raum.
  • CCSS (Mitteleuropa), Haupt- und Landesgestüt Marbach: Stärkung der Kulturwirtschaft in ländlichen Regionen mit dem Fokus auf Gestüte und deren potentielle Hebelwirkung für regionale Entwicklungsmöglichkeiten.
  • SIV (Mitteleuropa), Sozialunternehmen Neue Arbeit: Das Projekt Social Impact Vouchers (SIV) stellt ein innovatives Konzept zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt auf Basis eines Gutscheinmodells und mittels privaten Kapitals dar.
  • RURAL (Mitteleuropa), Thüringer Landgesellschaft mbH: innovative Lösungsansätze für ländliche Räume hinsichtlich zentraler Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsverlust, Daseinsvorsorge, Mobilität und Leerstände.

Kofinanzierungen

Ein Großteil der Summe der diesjährigen Förderung (rund 305.000 Euro) entfällt auf Kofinanzierungen. Dabei bezuschusst das BMVI die Eigenmittel der deutschen Projektträger, die nicht durch die Interreg-Förderung abgedeckt sind. Vier Projekte haben in diesem Jahr eine Bereitschaftserklärung zur Kofinanzierung erhalten. Die Mittel fließen aber erst, wenn die Vorhaben im Interreg-Programmraum genehmigt worden sind. In dieser Förderperiode werden bereits 10 laufende Interreg-Projekte durch das Bundesprogramm kofinanziert. Mehr Informationen zu diesen Projekten finden Sie unter Gute Beispiele:

  • SEMPRE (Ostsee), Diakonisches Werk Schleswig-Holstein
  • Baltic LINes (Ostsee), Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  • NorthSEE (Nordsee), Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  • BEA-APP (Ostsee), Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung
  • AlpInnoCT (Alpen), Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr
  • Peripheral Access (Mitteleuropa), Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau u. Raumordnung e.V.
  • SubNodes (Mitteleuropa), Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
  • Virtual Arch (Mitteleuropa), Landesamt für Archäologie Sachsen
  • AREA 21 (Ostsee), HafenCity Universität
  • MAMBA (Ostsee), Diakonisches Werk Schleswig-Holstein

Weitere Informationen zum Bundesprogramm finden Sie unter Bundesförderung.