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Nordwesteuropa: zwei neue Projekte unter deutscher Leadpartnerschaft genehmigt

Datum 26.09.2016

Bei Nordwesteuropa (NWE) stehen die Zeichen auf der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen: Von den 8 neu genehmigten Projekten der zweiten Antragsstufe des ersten und zweiten Calls in NWE, die das Monitoring Committee bei seinem Treffen Mitte September 2016 genehmigt hatte, entfallen 5 auf die Förderprioriät "Ressourcen- und Materialeffizienz", die bis dahin noch unterrepräsentiert war. Die Universität Kassel und der Lippeverband koordinieren zwei dieser Projekte.

RE-DIRECT

Bei RE-DIRECT geht es um die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen durch die Konvertierung von Restbiomasse in Biokohle und Aktivkohle. An dem Projekt sind 11 Partner aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland und Großbritannien beteiligt. Diese werden den ganzheitlichen Ansatz in 5 städtischen und ländlichen Regionen umsetzen.

Derzeit werden in Nordwesteuropa große Mengen Restbiomasse aus der Landschafts- und Stadtpflege nicht genutzt. Andererseits existiert eine wachsender Nachfrage für nachhaltige und dezentral erzeugte Produkte, wie z.B. Aktivkohle, die in Kläranlagen genutzt werden kann um komplexe chemische Verbindungen wie z.B. Medizinrückstände aus dem Wasser zu filtern.

Im Rahmen von RE-DIRECT wird unter anderem in eine städtische, Biokohle und Aktivkohle produzierende Anlage in Baden-Baden investiert, die an die städtische Klär- und Kompostwerke angeschlossen ist, um die Machbarkeit des Biomasse-zu-Aktivkohle-Konzepts in großem Maßstab zu demonstrieren. Kapazitätsbildende Aktivitäten wie Schulungen und Trainings begleiten die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsprojekte, darüber hinaus werden Wertschöpfungsketten in den Regionen entwickelt sowie regionale Entwicklungspläne erstellt.

Leadpartner: Universität Kassel


PHOSforYOU

Das Projekt PHOSforYOU beschäftigt sich mit Phosphor als zentralen Nährstoff und als endliche Ressource, die im großen Maßstab verschwendet wird und von der EU daher auf die Liste kritischer Rohstoffe gesetzt wurde. Derzeit importiert NWE 100 Prozent des Bedarfs an mineralischem Phosphor. Dabei könnte die Rückgewinnung aus kommunalem Abwasser im Sinne der Kreislaufwirtschaft bis zu 26 Prozent des mineralischen Phosphor-Bedarfs in NWE abdecken.

Das Vorhaben betrachtet den gesamten Phosphor-Strom in ländlichen Gebieten, Hafenregionen und Städten: Beginnend beim Einsatz von Phosphor als Pflanzendünger oder Tierfutterzusatz, der dann über Nahrungsmitteln in Städte eingeführt und über Abwasser/Abfall entsorgt wird.

PHOSforYOU beabsichtigt daher, vor allem die Rückgewinnung von Phosphor aus kommunalen Kläranlagen zu steigern. Dazu führt es 6 Demonstrationsvorhaben innovativer Phosphor-Rückgewinnungsverfahren aus kommunalem Abwasser unter Echtbedingungen durch, entwickelt 5 neue Produkte (biobasierte Dünger) sowie einen EU-weiten Standard zur Bewertung der neuen Produkte.

Leadpartner: Lippeverband


Weitere Informationen zu den insgesamt genehmigten Projekten finden Sie auf der Programmwebsite (in Englisch):
Decisions on projects